Donnerstag, 22. Februar 2018
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45 neue E-Busse für die BVG

BUS Solaris New Urbino 12 Electric

Die Luftqualität in Berlin ist nicht gut: zuviel Feinstaub und zuviele Stickoxide belasten die Berliner. Die BVG soll deshalb mehr Busse mit Elektro-Antrieb einsetzen. Nachdem entsprechende Investitionsmittel bereit stehen, hat der Aufsichtsrat der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) den Weg für eine umfangreiche Beschaffung von Elektrobussen freigemacht. Das Kontrollgremium stimmte der Beschaffung von zunächst 30 Eindeckomnibussen und 15 Gelenkbussen mit E-Antrieb sowie der entsprechenden Ladeinfrastruktur zu.

Das Investitionsvolumen für beide Vorhaben liegt jeweils im zweistelligen Millionenbereich. Ein entsprechendes Qualifizierungssystem für Hersteller wurde bereits im November veröffentlicht. Das Vergabeverfahren wurde damit schon eingeleitet. Nach dem aktuellen Zeitplan soll die Beschaffung der zwölf Meter langen E-Eindecker samt Lade- und Werkstattinfrastruktur im kommenden Jahr 2018 beginnen. 2019 soll der erste der 18 Meter langen Gelenkbusse beschafft werden.

Bundesregierung stellt über 1 Milliarde € für Kommunen bereit

Die Bundesregierung stellt eine Milliarde Euro bereit, damit die Städte ihre Schadstoff-Probleme lösen. Mit dem Geld sollen unter anderem Elektrobusse angeschafft werden. Seit 2014 haben sich bundesweit 45 Kommunen entschieden, zukünftig auf Busse mit Elektroantrieb zu setzen. Rund 22.000 Dieselbusse sind langfristig zu ersetzen.
Viele Bustypen wurden schon erprobt. Doch die deutschen Bus-Hersteller MAN und Mercedes haben noch keine Serienfahrzeuge im Abgebot und haben die Entwicklung verschlafen.
Andererseits haben viele Bustypen noch „Kinderkrankheiten“. Auch ist noch nicht klar, welches System sich durchsetzen wird: Nachtlader mit hoher Akkukapazität und Streckenleistungen von über 400 Kilomter pro Tag – oder Zwischenlader, die jeweils nach jedem Streckenturnus von 60 Kilometern an einer Schnelllade-Station nachladen müssen.

Berliner Wirtschaftssenatorin forciert E-Mobilität

„Berlin steht vor einem historischen Wandel im Nahverkehr“, sagte die BVG-Aufsichtsratsvorsitzende Ramona Pop, Berlins Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe. „Mit U-Bahnen, Straßenbahnen und Fähren sind schon jetzt zwei Drittel der jährlich über einer Milliarde Fahrgäste der BVG elektrisch unterwegs. Das Land und die Verkehrsbetriebe arbeiten nun gemeinsam mit Hochdruck daran, die Busflotte – neben der bereits laufenden Anschaffung von Euro-6-Fahrzeugen – auch auf den zukunftsweisenden und umweltfreundlichen E-Antrieb umzustellen. Der aktuelle Beschluss ist dafür ein erster Meilenstein. Ich erwarte, dass die Bushersteller ebenfalls die Zeichen der Zeit erkennen und im Rahmen des Vergabeverfahrens serienreife Fahrzeuge zu marktgerechten Konditionen anbieten können.“

BVG-Test auf Linie 204 deckte Schwächen auf

Die auf Buslinie 204 zwischen Bahnhof Zoo und Südkreuz getestetet Busse mit berührungslosem Nachladen haben sich als noch zu anfällig gezeigt. Auch unter den anderen getesteten Bussen erfüllten nicht alle Typen die Erwartungen. Insgesamt waren 2016 in Deutschland nur 458 Busse mit Elektroantrieb im Einsatz. 2017 wurden E-Busse in rund 20 Projekten getestet.

In London fährt derzeit die größte Flotte von 51 Bussen mit Elektroantrieb. Die niederländische Stadt Eindhoven steht auf Platz zwei mit derzeit 43 batteriebetriebenen Bussen.

Die Bushersteller müssen sich auf einen Beschaffungswettbewerb einstellen, und erkannte Mängel schnell in den Griff bekommen.

Ob E-Busse langfristtauglich sind, ist jedoch mit Fragezeichen zu versehen. Die Stadt Osnabrück hat im Frühjahr 2017 die ersten elektrischen Linienbusse vom Typ Breda Menarinibus M200 E-Zeus aus Italien nach nur sechs Jahren Betrieb wegen chronisch schlapper Batterien ausgemustert und einer Hochschule in NRW gespendet.

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