Sonntag, 20. August 2017
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60 Jahre Städtepartnerstadt mit Amstelveen

60 Jahre Amstelveen-Tempelhof-Schöneberg

Amstelveen ist ein Vorort von Amsterdam und grenzt an die niederländische Hauptstadt. Der Flughafen Schiphol liegt westlich von Amstelveen. Im Jahr 1957 begründeten Amstelveen und Tempelhof zwischen den damaligen Bürgermeistern Dirk Rinjnders Bezirksbürgermeister Karl-Theodor Schmitz ihre Städtepartnerschaft. 2017 können nun 60 Jahre Städtepartnerstadt zwischen Tempelhof-Schöneberg und Amstelveen gefeiert werden.

Amstelveen war ursprünglich ein kleines Bauerndorf, das wegen der günstigen Lage nahe Amsterdam im 20. Jahrhundert stark gewachsen ist und heute rund 90.000 Einwohner hat.
2003 wurde Amstelveen zur beliebtesten Wohnstadt der Niederlande gewählt. Gründe dafür sind die gute Erreichbarkeit, die Sicherheit, das reiche Kulturangebot und die Nähe zu Amsterdam.

Gastbesuch in Amstelveen

Auf Einladung von Bürgermeisterin Mirjam van ’t Veld waren Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Bezirksstadträtin Christiane Heiß sowie der Flüchtlingskoordinator und die Städtepartnerschaftsbeauftragte im Juni zu Gast in Amstelveen. Dort traf man auch ine Delegation aus der Partnerstadt Villa El Salvador in Peru, die eine 20-jährige Städtepartnerschaft begeht.

Amstelveen hat mit dem „cobra museum voor moderne kunst“ ein wichtiges Zentrum europäischer Kunst. Der Name des Museums bezieht sich auf eine zwischen 1948 bis 1951 bestehende internationale Künstlergruppe, die für kreative Freiheit, Vitalität und gesellschaftliches Engagement und internationale Zusammenarbeit steht. Der Name CoBra-Bewegung geht auf die Anfangsbuchstaben der Städte Copenhagen, Brüssel und Amsterdam zurück. Ihre Ideen haben bis heute großen Einfluß und eine Vorbildfunktion.

Die beiden Städte-Partnerschaften wurden in Amstelveen im Zeichen der Kunst gefeiert. Eine Künstlerin aus Villa El Salvador hatte eine Skulptur gefertigt, die vor dem Amstelveener Rathaus feierlich enthüllt wurde. Die deutsche Künstlerin Stephanie Rhode zeigte einen Tag lang ihre beeindruckende Kunstinstallation „Labyrinth“ auf dem Marktplatz von Amstelveen.

Jugendbegegnung mit Arbeitseinsatz für ein Kunstwerk

Am Rande der Feierlichkeiten zu den beiden Städtepartnerschaftsjubiläen fand vom 11. bis 18. Juni eine Jugendbegegnung mit drei Azubis aus Tempelhof-Schöneberg, drei jungen Leuten aus Villa El Salvador und Jugendlichen aus Amstelveen statt. Neben dem gegenseitigen Kennenlernen und der Erkundung von Amstelveen und Amsterdam stand für diese Gruppe die Unterstützung der deutschen Künstlerin Stephanie Rhode beim Auf- und Abbau ihres Kunstwerkes „Labyrinth“ auf dem Marktplatz von Amstelveen auf dem Programm. Der Auf- und Abbau der aus Blüten und Blütenblättern, Baumstammscheiben, Sträuchern, Rollrasen und vielen anderen Materialien bestehenden Kunstinstallation, die die verbundenen „Häuser“ der drei Städtepartner symbolisierte, war sehr arbeitsintensiv.

 

Medienkunst zum Thema HOME – HEIMAT und Musik

Viele junge Leute aus den Partnerstädten hatten Fotos und Filme zum Thema HOME – HEIMAT eingereicht, die parallel zur Kunstinstallation auf einer Leinwand gezeigt wurden. Einer der gezeigten Filme stammte von der Gustav-Langenscheidt-Schule.

Im Amsterdamer Club P60, der langjährige gute Kontakte zur ufaFabrik hat, trat die junge Berliner Band „Knock on Wood“ sehr erfolgreich vor einem begeisterten Publikum auf. Anschließend griff das P60 das Thema „Berlin“ mit Songs von Nina Hagen, David Bowie und Iggy Pop vor vollem Hause auf.

Im Austausch wird eine Band aus Amstelveen auf dem Sommerfest im September in der ufaFabrik dabei sein.

Lebendige Städtepartnerschaft Amstelveen-Tempelhof-Schöneberg

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler äußerte sich auch zur lebendige Städtepartnerschaft:

„Ich freue mich, dass unsere Städtepartnerschaft mit Amstelveen so lebendig ist und sich in den letzten Jahren kontinuierlich entwickelt hat. Durch den Austausch von Verwaltungspersonal gibt es langjährige Kontakte auf den verschiedensten Gebieten, die wir nutzen sollten für den Aufbau von Schulpartnerschaften, den Austausch von Kunst sowie Künstler_innen und weiteren Erfahrungsaustausch zu einer Reihe von Projekten. Auch zur Unterbringung und Betreuung von Geflüchteten sind wir mit Amstelveen im ständigen Gespräch.“

Die Distanz zwischen Amstelveen und dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist übrigens nicht groß: für rund 25-29 € kann man mit dem Fernbus in ca. sechseinhalb Stunden vom Berlin den Busbahnhof in Amsterdam errreichen.

Amsterdam mit Nachtbürgermeistern

Bei nur rund 840.000 Einwohnern liegt Amsterdam mit jährlich über sieben Millionen Touristen aus dem Ausland auf Rang fünf der meistbesuchten Städte Europas. Amsterdam hat daher eine besondere Institution, den Nachtbürgermeister, in Doppelbesetzung mit Frau und Mann. Ella Overkleeft und Mirik Milan befassen sich mit den Auswirkungen des übermäßigen Tourismus auf das Nachtleben der Stadt. Sie tragen dazu bei, Konflikte zwischen Gästen der Stadt und den Anwohner_innen zu lösen. Mirik Milan und Ella Overkleeft sind dafür Ansprechpartner für Clubbetreiber, Stadtverwaltung, Polizei und den Anwohner_innen.
Die Nachtbürgermeister von Amsterdam führen eine Vielzahl von Stadtprojekten durch und sind international vernetzt mit anderen Metropolen, die mit ähnlichen Problematiken zu tun haben.

In der Metropole Berlin hat das Modell des Nachtbürgermeisters zwar Eindruck gemacht, aber hier geht man einen anderen Weg der „Selbstorganisation“. Die Clubkommission berät etwa Clubbetreiber und setzt auf Selbstorganisation mit staatlicher Förderung von Projekten, wie z.B. zum Lärmschutz.

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