Dienstag, 12. Dezember 2017
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Berliner Wasserbetriebe kooperieren mit Amsterdam Waternet

Waternet Amsterdam

Zwischen Berlin und Amsterdam entwickelt sich eine neue Kooperation: Die Berliner Wasserbetriebe und der Amsterdamer Wasserversorger Waternet wollen auf den Gebieten Regenwasserbewirtschaftung, Spurenstoffentfernung und Forschungsförderung künftig enger zusammenarbeiten. Dies haben beide Unternehmen am Rande der Amsterdam International Water Week bekannt gegeben.

Sowohl Amsterdam wie auch Berlin haben gemeinsame Problemthemen in der Wasserwirtschaft: Starkregen überfordern zeitweise bisherige Kanalisationssysteme, die neu konzipiert werden müssen. Pflanzenschutzmittel oder Medikamentenrückstände aus dem Wasserkreislauf bedrohen die Trinkwasserqualität. Zudem kann die Gewinnung von Energie aus Klärschlamm vorangetiebben werden. Nicht zu Letzt winkt eine europäische Forschungsförderung. Zwei Branchenführer tun sich daher zusammen: Beide Unternehmen sind als integrierte Wasserver- und Abwasserentsorger die jeweils größten ihres Landes.

„Europaweit steht die Wasserwirtschaft wenn nicht vor den gleichen dann doch vor ähnlichen Herausforderungen“, sagte Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe. „Da liegt es nahe, Know-How zu bündeln und die wichtigen Themen gemeinsam zu bearbeiten.“ Als Beispiel nennt Simon, der auch Vize-Präsident Wasser des Bundesverbandes der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft ist, die Herausforderungen einer stadtverträglichen Regenwasserbewirtschaftung. So könne Berlin beim Aufbau der Regenwasseragentur von den Erfahrungen mit dem Amsterdamer Modell „Rainproof“ profitieren. Umgekehrt sei Waternet an den Erfahrungen interessiert, die die Forschungsabteilung der Wasserbetriebe im Bereich Spurenstoffe gesammelt hat.

Waternet

Waternet ist der einzige integrierte Wasserver- und entsorger der Niederlande. Das Unternehmen liefert 90 Millionen Kubikmeter Trinkwasser im Jahr aus zwei Werken und reinigt 125 Millionen Kubikmeter Abwasser in zwölf Klärwerken. Die 1.750 Beschäftigten sind außerdem für die Bewässerung von Grünflächen und die Deiche zuständig, die die 1.3 Millionen Bewohner des Großraums Amsterdam schützen. Neu ist die Calcit-Fabrik in Weesperkaspel, die zur Entkalkung des Trinkwassers dient, und Kalkminerale zurückgewinnt. Als weitere Besonderheit ist das Regenwasser-Management der Stadt zu nennen: rund 30% aller Wohnungen in Amsterdam verfügen über „Riools“ – unterirdische Regenwasser-Speicher.

Auch für die Städtepartnerschaft zwischen Tempelhof-Schöneberg und Amstelveen ist diese Nachricht ein Signal, auch im Bereich Regenwassermanagement nach innovativen Partnern und Lösungen Ausschau zu halten.

Weitere Informationen:

www.bwb.de

www.waternet.nl

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m/s