Samstag, 19. August 2017
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Gedenkveranstaltung: 100. Geburtstag John F. Kennedy

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler

In einer Gedenkfeier vor dem Rathaus Schöneberg am 29.05.2017, würdigte das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg John F. Kennedy, den 35. Präsidenten der USA, anlässlich seines 100. Geburtstages. Bei strahlendem Wetter fanden sich mehr als 300 Bürger_innen und Gäste aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft auf Einladung von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zur Festveranstaltung auf dem J.F.-Kenndy-Platz ein.

Bezirksbürgermeisterin Schöttler hob in ihrer Willkommensrede die besondere Bedeutung von John F. Kennedy und seiner historischen Rede vor dem Rathaus Schöneberg am 26. Juni 1963 hervor: „Mit seiner Botschaft sprach Kennedy den Menschen aus der Seele. Und diese Botschaft war Freiheit! Wir alle sind gefordert, auch und insbesondere in der heutigen Zeit diese Werte aufrechtzuerhalten und unsere Demokratie zu schützen.“

Frau Schöttler gab auch eine kleine Anekdote preis: Sie selbst habe 1963 die Kennedy-Rede wie viele Berlinerinnen und Berliner am Radio gehört. Der Grund: aus Sorge vor dem wachsenden Menschenauflauf am Rathaus hat ihre Mutter sie im Kinderwagen nach Haus in den Schöneberger Kiez gebracht, und dem Geschehen am Radio zu lauschen.

Regierender Bürgermeister Michael Müller
Regierender Bürgermeister Michael Müller erinnert am 29.5.2017 an John F.Kennedy und seine Bedeutung für Berlin – Foto: tsz

In weiteren Reden ehrten der Regierende Bürgermeister Michael Müller, der Amtierende Stellvertretende Leiter der U.S. Botschaft Jeffrey Hovenier und Helen Gibson von der Freien Universität die Leistung von John F. Kennedy.
Müller erinnerte an die tiefe Verbundenheit zwischen Berlin und den USA, und erinnerte auch die enge Partnerschaft mit Los Angeles, die in diesem Sommer durch gegenseitige Besuche erneuert wird.

Jeffrey Hovenier hob die Bedeutung von Kennedys Präsidentschaft für die Deutsch-Amerikanischen Beziehungen hervor und dessen Impulse zur Förderung der Wissenschaft. Helen Gibson von der Freien Universität hob noch einmal auf die zweite viel beachtete Rede von J.F. Kennedy an der Freien Universität Berlin ab, in der er forderte „The Free University must be Interested in Turning out Citizens of the World.“

Helen Gibson teilte ihre persönliche Aufassung mit, dass diese Vision von Kennedy an der FU-Berlin gelungen sei. Sie selbst empfinde sich als „Weltbürgerin“.

Für das musikalische Einstimmung sorgte die A-cappella-Gruppe der John-F.-Kennedy-Schule. Schüler_innen präsentierten unter der Leitung von Lori Cook ein Medley aus Songs mit Bezügen zu verschiedenen Lebensabschnitten von John F. Kennedy.

Projekt: „The Speeches of President Kennedy“
Projekt: „The Speeches of President Kennedy“ – Schauspieler Caspar Phillipson redet als John F. Kennedy – Foto: tsz

Ergreifende Kennedy-Rede re-inszeniert

Der Auftritt des Schauspielers Caspar Phillipson als John F. Kennedy und dessen Re-Inszenierung der berühmten Kennedy-Rede sorgte für ergreifende Momente, weil er die Stimmung des Jahres 1963 traf.
Gemeinsam mit dem Journalisten und Kennedy-Experten Anders Agner Pedersen ließ er die sechsminütige Rede des Präsidenten wiederauferstehen.
Die auf englisch gehaltene Rede und die magischen Worte „Ich bin ein Berliner!“ schallten erneut über den Platz und zogen die Zuschauer in den Bann. Caspar Phillipson weist eine verblüffenden Ähnlichkeit und gleiche Stimmlage wie der ehemalige US-Präsident Kennedy auf. So sorgt er für eine besondere Präsenz und echte „Gänsehautmomente“ bei vielen Zeitzeugen im Publikum.

Exkurs: Dahlemer Rede von John F. Kennedy

Kennedy sprach am gleichen Tag 1963 am Henry-Ford-Bau der Freien Universität zur politischen Führung in Deutschland und hielt hier die inhaltlich noch weitaus bedeutsamere Rede, die drei Kern-Botschaften vermittelte:

Erstens erklärt er in klaren Worten den militärischen Beistand der USA, die USA würden auch militärisch für ein freies West-Berlin einstehen: „Der Schild militärischer Verpflichtungen wird nicht gesenkt oder weggelegt werden, solange er gebraucht wird.“ Das geschah nur ein halbes Jahr nach der Kuba-Krise.

Kennedy warb auch für eine Anerkennung der Realitäten, und nahm damit schon ein Motiv der späteren „Ost-Politik“ auf.

Die dritte Botschaft war visionärer Art: Kennedy bekundete die Hoffnung, den Ost-West-Konflikt zu überwinden, nicht durch Gewalt, sondern durch das Ausspielen der Kraft der Freiheit und der westlichen Werte.

Die Rede an der Freien Universität Berlin hatte damit nicht nur Hoffnung sondern auch eine langanhaltene politische Grundlinie gestiftet, die bis heute die starke deutsch-amerikanische Bindung aufrecht erhalten hat (siehe: Dokumente: John F. Kennedy an der Freien Universität Berlin).

Die öffentliche Rede vor dem Rathaus Schöneberg an die Berliner ist auch im Wortlaut dokumentiert auf der Internetseite der Berliner Senatskanzlei.

Geburtstagskuchen: 100 Jahre John F. Kennedy
Geburtstagskuchen: 100 Jahre John F. Kennedy – Foto: tsz
Geburtstagskuchen 100 Jahre JFK
Der Geburtstagskuchen war nach dem Anschnitt heiß begehrt! – Foto: tsz

Gedenkveranstaltung mit Geburtstagskuchen

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, der Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Stefan Böltes und der Regierenden Bürgermeister Michael Müller schnitten den großen Geburtstagskuchen an, und wurden schnell von Bürger_innen umringt. Zum Ausklang des Festaktes bestand noch Gelegenheit, den John-F.-Kennedy-Saal im Rathaus zu besuchen, und dort die viele Andenken, Dokumente und Fotos zum Besuch des amerikanischen Präsidenten zu besichtigen.

Weitere Informationen:

John F. Kennedy an der Freien Universität Berlin

John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien

„Ich bin ein Berliner“: 100. Geburtstag von John F. Kennedy |24.5.2017 | Tempelhof-Schöneberg Zeitung mit Original-Video

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