Samstag, 18. November 2017
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IHK-Geschäftsstraßenforum in der ufa-fabrik

IHK-Geschäftsstraßenforum 2017

Die IHK-Berlin treibt das Thema Digitalisierung im Einzelhandel voran. Prognosen sagen eine weitere Stärkungs des Online-Handels voraus. Bis zu 20% der Einzelhandelsumsätze sollen demnach bis 2020 „ins Internet abwandern“. Der stationäre Einzelhandel muss sich dieser Herausforderung stellen. Wie das geschehen kann, ist jedoch unklar, weil viele Konzepte und Modelle im Markt erprobt werden. Das große Vorbild AMAZON treibt inzwischen auch den Berliner Markt und beeinflusst alle Debatten. Die Frage steht im Raum: kann der lokale stationäre Einzelhandel ähnlich erfolgreich sein? Müssen sich Einzelhändler zusammenschließen?

Das Geschäftsstraßenforum am 17. Oktober 2017 in der ufa-fabrik stand unter dem Motto: „Ein regionaler Online-Marktplatz für Berlin“.

Hintergrund: „In jüngster Zeit sind in zahlreichen deutschen Städten regionale Onlinemarktplätze entstanden. Das sind Zusammenschlüsse von Händlern einer Stadt, die über einen gemeinsamen Auftritt im Internet, einen Onlineshop – häufig verbunden mit einer taggleichen Lieferung an den Kunden – und zusätzliche Aktionen wie Events oder Marketingkampagnen, die Verbraucher in die stationären Läden zurück locken.“

Die Veranstaltung richtete sich an Händler und Aktive aus den Berliner Geschäftsstraßen, aber auch Dienstleister und Gastronomen. Ziel der Veranstaltung war die weitere Vernetzung und der praktische Erfahrungsaustausch. Das Forum bot die Möglichkeit zum praktischen Erfahrungsaustausch und zur Entwicklung neuer Ideen für Geschäftsstraßen.

Programm und Kurzpräsentationen

Nach der Begrüßung der Teilnehmer wurden Beispiele und Projekte aus der Praxis vorgestellt. Zuerst wurde atalanda aus München vorgestellt, eine Plattform für lokale Marktplätze, die Händlern hilft, ihre Produkte einfach und schnell online zu verkaufen und auszuliefern. Für 11 Städte sind lokale Marktplätze inzwischen eingerichtet. Ob sich atalanda gegenüber großen Plattformen bewährt, ist fraglich, auch wenn der Nutzwert des Internetportals hoch ist. Wählt man Hamburg zum Vergleich, so sind nur rund 50 teilnehmende Händler nur ein kleiner Teil des Einzelhandels der Elbmetropole. 10 Händler haben keine Produkte im Angebot, und werben praktisch nur für ihr Geschäft. Eine Buchhandlung bildet den Spitzenreiter mit 813.077 Produkten, das entspricht etwa dem Angebot lieferbarer Bücher. Ob das praktikabel ist, müssen Käufer und Händler erst nach Erfahrungswerten beurteilen.

Die zweite Kurzpräsentation kam aus Mönchengladbach. Rolf Krichel vom Kunsthaus Krichel stellte die „eBay-City-Initiative lokal & digital vor.

 

Die eBay-City-Startberatung bietet Webinare und Coachings und hilft Einzelhändlern beim Start in den Online-Handel.
Zwei Städte haben schon einen eBay-Markplatz eingerichtet, Mönchengladbach und Diepholz. Um als Händler an eBay City-Initiative teilnehmen zu können, wird ein Ladengeschäft im PLZ-Bereich der teilnehmenden Stadt benötigt. Ferner ein gewerbliches Verkäuferkonto bei eBay. Die wichtigste Voraussetzung: Händler müssen den Großteil Ihres Sortiments bei eBay zur kostenlosen Abholung anbieten.

Vorteile ergeben sich durch Synergieeffekte der Handelsplattform eBay, die Städten eigene Marktplätze einrichten kann, und bei der regionalen- und überregionalen Pressearbeit unterstützt.
Für lokale Händler, die sich auch Online-Fernabsatz zutrauen, und sich ihren Markt von lokal bis international erschließen wollen, ist eBay sicher eine erste gute Alternative.

Weitere Kurzpräsentationen von Inventorum, Locafox, Strato und WebKiez

Im weiteren Programm folgten Präsentationen von Berliner Anbietern: Inventorum bietet eine Komplettlösung mit iPad-Kassensystem, Warenwirtschaft und Online-Präsenz. LocafoxPOS präsentierte eine ähnliche Lösung mit einem stationären Point-of-Sale.
Der Hosting-Spezialist Strato mit seinen Online-Shop-Lösungen sagte leider ab. Das Unternehmen Webkiez stellte einen lokalen Marktplatz vor. Ferner präsentierte sich die Lokaso GmbH aus Siegen mit ihren Lösungen,
Die Lösungen von Inventorum, Locafox, Strato, Lokaso und Webkiez werden noch in gesonderten Beiträgen vorgestellt. Die Teilnehmerunterlage zum Geschäftsstraßenforum der IHK-Berlin liegt erst in wenigen Tagen vor.

Unternehmerinitiative Te-Damm mit positiver Bilanz

Tobias Mette, Vorstandsmitglied der Unternehmer-Initiative Te-Damm e.V. war über die Auswahl des Tagungsortes besonders angetan:

„Ich freue mich sehr, dass das Geschäftsstraßenforum der IHK Berlin direkt vor Ort, hier in der ufaFabrik im Internationalen Kultur Centrum am Tempelhofer Damm stattfand. Die intelligente Verbindung des stationären Handels mit dem online-Handel sichert aus meiner Sicht vielen Händlern mittelfristig die Existenz, da sie somit auf beiden Marktplätzen erfolgreich sein können.“

Mette sagte weiter: „Die Referenten haben eine Vielzahl von bestehenden Möglichkeiten und Lösungsansätzen aufgezeigt und die Chance geboten, eine bestimmte Region oder ganze Stadtteile über einen Online-Marktplatz zu präsentieren bzw. zu vernetzen. Klassische stationäre Händler können somit Erfahrungen im Online-Handel sammeln, ausgewählte Angebote nunmehr selbst online verkaufen oder generell ihren Bekanntheitsgrad steigern.

Im Kern wurde dabei nicht über Visionen für die Zukunft gesprochen sondern über die Lösungen der Gegenwart. Für künftige Veranstaltungen wünsche ich mir, dass die Beteiligung der Einzelhändler sowie Unternehmerinnen und Unternehmer der Geschäftsstraßen noch deutlich zunimmt, um auch konkret mit der angesprochenen Zielgruppe in die Diskussion gehen zu können.“

Teil II folgt am 10.11.2017

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