Mittwoch, 18. Oktober 2017
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Sommer am Lindenhofteich

Lindenhofteich

Im sommerlich-gleißende Sonnenlicht präsentiert sich der Lindenhofteich mit dichten Teichrosenbewuchs und grüner Baumkulisse wie ein ferner Sehnsuchtsort. Doch der Lindenhof ist ganz nah – im äußersten Süden des Ortsteils Schöneberg.
Die Siedlung Lindenhof entstand zwischen 1918 und 1921 als eine der bekanntesten Siedlungen im Berlin der 1920er Jahre und wurde unter Leitung des damaligen Schöneberger Stadtbaurats Martin Wagner entwickelt.

Der Lindenhof ist nach dem Vorbild einer Gartenstadt entworfen worden, und wure eine Pioniersiedlung mit Vorbild-Charakter. Guter Wohnraum zu günstigen Konditionen, zahlreiche Gemeinschaftseinrichtungen und die Möglichkeit der Selbstversorgung in Hausgärten zeichneten sie Siedlung aus.

Für die Gestaltung der Außenanlagen im Bereich des Lindenhof-Weihers war der Landschaftsarchitekt Leberecht Migge verantwortlich. Auch Bruno Taut war am Bau der Siedlung mit beteiligt.

Wohnhaus Lindenhofsiedlung
Typisches Wohnhaus der Lindenhofsiedlung mit Dachgeschoßausbau – Foto: tsz

Vom kommunalen Eigentum zur Genossenschaft

Bauherr der Siedlung war die bis 1920 selbstständige Stadt Schöneberg. In der Folge ging die Siedlung in das Eigentum der am 16. Dezember 1921 gegründeten Genossenschaft Siedlung Lindenhof e.G.m.b.H. über. Im Dezember 1941 wurde die Lindenhof-Genossenschaft der im Juni 1919 gegründeten Gemeinnützigen Landerwerbs- und Baugenossenschaft Dahlem-Schmargendorf e.G.m.H. zugeordnet und damit gleichgeschaltet. Seitdem trat die Eigentümergenossenschaft unter dem neuen Namen Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Berlin Süd eG (GeWoSüd) auf. Seit Mitte 2010 firmiert die Genossenschaft unter GeWoSüd genossenschaftliches Wohnen Berlin-Süd eG.

Im Zweiten Weltkrieg wurden nahezu 80 Prozent der Lindenhofbauten zerstört. Teile konnten wieder aufgebaut werden. Seit dem Wiederaufbaus lassen sich im Lindenhof verschiedene Architekturstile des 20. Jahrhunderts ablesen. Die ursprüngliche Randbebauung um die Gärten aus den 1920er Jahren wurde in den 1950er Jahren durch eine zeitgenössische Zeilenbauweise ersetzt.

2008/2009 wurden die Dachgeschosse von Häusern in der Reglinstraße und Suttnerstraße ausgebaut.

Die historische Siedlung wirkt aufgrund ihrer Lage und Architektur wie eine Insel innerhalb der Großstadt. Als ehemalige Gartenstadt zeichnet sich der Lindenhof durch seine parkähnlichen Freiflächen mit altem Baumbestand und eigenem Weiher aus, der aus einem eiszeitlichen Pfuhl entstanden ist.

Der Lindenhof umfasst 232 Häuser mit insgesamt 1262 Wohnungen mit 163 Mehr- und 69 Einfamilienhäusern und rund 2500 Bewohnern.

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m/s