Mittwoch, 23. August 2017
Home > Bauen > Te-Damm wird zur Großbaustelle

Te-Damm wird zur Großbaustelle

Hand in Hand am Te-Damm

„Hand in Hand für den neuen Te-Damm“ – unter diesem Motto haben sieben Partner ein abgestimmtes Planen un Bauen über und unter der Erde vereinbart. Der Tempelhofer Damm ist zwischen Platz der Luftbrücke und der Borussiastraße für den heutigen Verkehr zu schmal. Auch die Leitungsinfrastruktur im Untergrund und die Tunnel der U-Bahn sind in die Jahre gekommen.

Der notwendige Ersatz für drei betagte große Abwasserdruckleitungen gab jetzt den Ausschlag für ein Berliner Novum. Die gesamte Straße entsteht von 2022 bis 2025 komplett neu.

Erstmals in Berlin ziehen dabei alle beteiligten Firmen und Behörden unter Leitung der Berliner Wasserbetriebe an einem Strang, nach einem übergreifenden Termin- und Ablaufplan. Es dauert zwar noch in der Vorbereitungs- und Planungszeit, aber in der heißen Bauphase geht es schneller und spart Kosten.

„Hand in Hand für den neuen Te-Damm“ – Handschlag am 9. Mai 2017

Am Dienstag, dem 9. Mai 2017 trafen sich die Verantwortlichen zum gemeinsamen Handschlag auf dem Tempelhofer Damm am GAT-Eingang gegenüber dem Bayernring.

Die sieben Partner verpflichten sich zu koordiniertem Tief-, Leitungs- und Straßenbau. Die Kooperation soll als Pilotvorhaben und Blaupause für weitere Erneuerungsvorhaben an wichtigen Magistralen in Berlin dienen.

Beteiligt sind diese Bau-Partner
– Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin GmbH,
– Berliner Verkehrsbetriebe BVG
– Gasag-Tochter NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg mbH Co. KG,
– Tempelhof Projekt GmbH,
– die Senatsverkehrsverwaltung,
– Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg
– und die Berliner Wasserbetriebe.

Mammut-Vorhaben mit 2,2 Kilometern Länge

Die unter Leitung der Berliner Wasserbetriebe koordinierte Grunderneuerung des Tempelhofer Damms soll 2022 bis 2025 fein getaktet und abgestimmt über die Bühne gehen. Oberirdisch entsteht auf der 2,2 Kilometer langen und 43 Meter breiten Ausbaustrecke der komplette Raum von den Bürgersteigen, Rad- und Verkehrsspuren bis zu Grünflächen völlig neu.

Unterirdisch werden zuvor viele Kilometer neuer Trink-, Abwasser- und Gasleitungen, Stromkabel verlegt. Vorsorglich werden auch der U-Bahn-Tunnel neu abgedichtet und es werden Leerrohre im Boden platziert, damit nach dem Neubau dort Spaten nur noch zum Bäumepflanzen zum Einsatz kommen.

Neben der Zeitersparnis beim Bau fallen auch die Kosten für die Wiederherrichtung der Oberflächen nur einmal an und lassen sich unter den Partnern teilen. Die Kooperation wurde durch die gemeinsame Arbeit am Baustellenatlas der Berliner infrest GmbH befördert. Mit dem Pilotvorhaben wird eine Bauteam-Organisation erprobt, die künftig auch für weitere Erneuerungsvorhaben in Berlin genutzt wird.

Bauablauf mit halbseitiger Sperrung des Te-Damm

Die Baumaßnahmen sollen jeweils erst auf der einen und dann auf der anderen Seite des Tempelhofer Dammes durchgeführt werden. Der Verkehr wird währenddessen wie auch heute jeweils auf einer Seite in zwei Spuren je Richtung geführt.

Die Berliner Wasserbetriebe übernehmen die Koordination des Vorhabens, weil der Austausch der alten Abwasserdruckleitungen das Initial für das Projekt bildet.

Mit Investitionen in Höhe von rund 40 Mio. € trägt das Unternehmen auch den Löwenanteil. So werden mehr als sieben Kilometer Leitungen aus- und neu wieder eingebaut sowie rund zwei Kilometer Leitungen saniert.

Während der Planungsvorbereitung ist fast nebenbei eine Klima-Kooperation mit der Tempelhof Projekt GmbH entstanden: Die neuen Abwasserdruckleitungen werden mit Wärmetauschern ummantelt, die künftig in den Flughafengebäuden für umweltfreundlichste Klimatisierung sorgen – für Wärme im Winter und Kühlung im Sommer.
Berlin wird damit auch im Untergrund zur „Smart City“, zur intelligenten und klimafreundlichen Stadt umgebaut!

Save this post as PDF