Donnerstag, 22. Februar 2018
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Unterstützung für Beschäftigte von General Electrics

Unterstützung für GE

Die beiden größten Weltkonzerne SIEMENS und General Electric (GE) befinden sich in einer Wachstumskrise. Beide Konzerne wollen deshalb hochqualifizierte Arbeitsplätze abbauen.

Am 6. Dezember letzten Jahres wurde bekannt, dass die komplette Fertigung bei GE Power Conversion in Marienfelde geschlossen werden soll. Damit stehen bis zu 500 der über 670 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Der Betriebsrat will neue Vorschläge einbringen, um möglichst viele der aktuell bestehenden Arbeitsplätze zu erhalten.

GE begründet die Entscheidung zum Stellenabbau mit schwierigen Marktbedingungen und mangelnder Nachfrage. Bei stark wachsender Weltbevölkerung, weltweiten Urbanisierungsprozesse und dem Aufbau vom stabilen Stromnetzen auf Basis von energiesparenden Technologien ist das eigentlich unverständlich. Es muss etwas schieflaufen, bei den Konzerntrategien!

Unterstützung für GE Beschäftigte

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler unterstützt Betriebsrat und Beschäftigte beim gemeinsamen Kampf um ihre Arbeitsplätze. Ähnliche Situationen gab es schon in der Vergangenheit, mit schnellen Wechsel aus der Nachfrage-Krise in eine neue Bestell-Konjunktur. Häufig mußten danach zusätzliche Beschäftigte angeworben werden, um die hohe Auftragslage bewältigen zu können. Das Argument der mangelnden Auslastung beruht aktuell auch auf Management-Fehlern.

„Gemeinsam geht mehr“ – unter diesem Motto wollen Betriebsrat und Beschäftigte bei General Electrics (GE) um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze kämpfen. Auch Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler will die Belegschaft vor Ort nach Kräften unterstützen und besuchte am 22. Januar das Unternehmen, um sich dort mit Vertreter_innen des Betriebsrats, der IG Metall sowie Mitarbeiter_innen zu treffen.

Auch Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler will für den Erhalt von GE Power Conversion kämpfen:

„Selbstverständlich stehen wir hinter der Belegschaft und dem Standort. GE ist Teil einer unserer größten Industriestandorte im Bezirk und ich wünsche mir, dass dieses wichtige Unternehmen auch mit Fertigungsfläche hier am Standort erhalten bleibt und nicht zu einem bloßen Verwaltungsstandort der Firma verkümmert. Dafür sind unsere wertvollen Industrieflächen nicht gedacht. Oberste Priorität ist jetzt, dass sich die Leitungsebene die Ideen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb anhört und nicht einfach beiseiteschiebt.

Diese Arbeitsplätze sind wichtig, nicht nur für den Bezirk sondern für ganz Berlin. Wir können uns keine Abwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften leisten.“

Gefordert wird, die Beschäftigten als Teil der Lösung und nicht als Teil des Problems zu sehen.

Unterstützung für GE-Beschäftigte
Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler spricht sich vor Vertreter_innen des Betriebsrates und der Presse für den Erhalt der 500 gefährdeten Arbeitsplätze aus – Foto: © Pressestelle BA Tempelhof-Schöneberg

Globalisierung – Bevölkerungswachstum – Urbanisierung – Infrastruktur

Weltweit werden rund 500 Städte zu „SmartCities“ umgebaut, bis 2025 werden voraussichtlich über 4 Mrd. Menschen in Städten und Metropolen-Ballungsräumen leben. Weltweit wächst der Investitionsbedarf für Infrastruktur, Stromnetze und Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und „Smart Grids“ bis 2050 steil an.
Die „Börsenorientierung“ der großen Konzerne Siemens und General Electric, hat im Management den Blick für die eigentlichen Herausforderungen verstellt.

In China, Indien, Südostasien und in Südamerika müssen im Infrastrukturbereich erst leistungsfähige Betreibergesellschaften und staatliche Strukturen und „Investitionspläne“ für den Betrieb von „Smart Grids“ geschaffen werden. Vereinfacht: gibt es keine Stadtwerke, gibt es auch keine Besteller für Kraftwerke und Verteilnetze.
Doch Stadtwerke gründen sich nicht selbst: wenn vor Ort keine Wirtschaftsentwicklung in Gang kommt, und kein Geld für die Stromrechnung bezahlt wird, kann keine Nachfrage nach besserer Infrastruktur entstehen.

Der Ausweg: Staatliche Organisationen, Entwicklungsbanken, Projektfinanzierer und große Konzerne müssen zusammen arbeiten, und die entsprechenden Verwaltungs- und Betreiber-Strukturen vor Ort mit aufbauen, die künftig zu Bestellern für Technologie- und Infrastruktur-Investitionen werden können.

Vor allem müssen Agenturen und Planungskapazitäten geschaffen werden, um vor Ort auch große Investitionsprojekte qualifiziert und federführend in Gang setzen zu können und in laufenden Ausschreibungen vor Ort selbst direkt anbieten zu können.

Allein in Indien werden im von der indischen Regierung 2015 gestarteten „100 Smart Cities“-Programms Perspektiven für rund 1,3 Milliarden Einwohner aufgebaut. Laufende Ausschreibungen für Wissenschaftsstädte und Innovationsparkt haben dort das Ausmaß von 10 und 30 Quadratkilometern. Auf dem bevölkerungsreichen Subkontinent gibt es große Zukunftsaussichten für Konzerne wie SIEMENS und GE, und für viele technologieorientierte Unternehmen und qualifizierte Mitarbeiter aus Berlin.

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