Sonntag, 20. August 2017
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Viktoria-Luise-Platz mit neuer Bepflanzung

Viktoria-Luise-Platz mit Fontäne

Seit einer Woche sind die Rabatten auf dem Viktoria-Luise-Platz mit Blumen und Stauden bepflanzt. Seit dem 23. März ist auch die große Fontäne wieder in Betrieb. Die Brunnensaison 2017 wurde im Beisein von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und von Patrick Möller, Geschäftsführer der Wall GmbH, eröffnet.
73 Brunnenanlagen werden berlinweit von der Wall GmbH betreut und gesponsort – eine bewährte Lösung, die im Rahmen der Lizenzverträge für die Berliner Stadtwerbung durch das Unternehmen finanziert wird.

Die Bepflanzung der Beete mit Stiefmütterchen und ausdauernden winterharten Stauden ist eine Kompromiss, der mit einer Anwohnerinitiative ausgehandelt wurde, um die jährlichen Kosten von Neubepflanzungen erträglich zu halten.

Noch im Vorjahr gab es Bürgerproteste, als der Bezirks die Beete aus Kostengründen nur mit Rindenmulch abgedeckt hatte. Die Bürgerinitiative „Freunde des Viktoria-Luise-Platzes“ hatte erfolgreich auf den Denkmalschutz gepocht, und eine tragfähige Lösung mit verhandelt, die künftig auch anteilige Kosten des Landesdenkmalamtes für den Platz einsetzt.

Der Viktoria-Luise-Platz ist ein Gartendenkmal, und zählt zu den schönsten Stadtplätzen in Berlin. Der 7.000 Quadratmeter große Platz wurde nach einem Entwurf von Fritz Encke in Form eines langgestreckten Sechsecks gestaltet. Der Platz wurde nach Viktoria Luise von Preußen benannt, der einzigen Tochter von Kaiser Wilhelms II.

Die historische Grünanlage wurde jahrzehntelang in Absprache mit dem Landesdenkmalamt nach historischem Vorbild bepflanzt. Die ornamentale Bepflanzung der Rabatten erfolgte zweimal im Jahr: im Frühjahr meist mit verschiedenfarbigen Stiefmütterchen, Goldlack oder Belli sowie als Sommerbepflanzung mit Fleißigen Lieschen oder Tagetes, jeweils ergänzt durch kugel- und säulenförmige Solitärgehölze.

Die Spar- und Haushaltskonsolidierungspolitik erzwang einen unpopulären Richtungswechsel. Im Dezember 2015 verkündete der Bezirk Tempelhof-Schöneberg unter Ausschluss der Öffentlichkeit, den seit 35 Jahren gepflegten, denkmalgerechten Blumenschmuck künftig aus Kostengründen nicht mehr anzupflanzen.

Der öffentliche Bürgerprotest überschattete am 23. März 2016 die traditionelle Eröffnungszeremonie zur Brunnensaison. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler wurden damals 2600 Unterschriften von Bürgern übergeben, die eine Wiederaufnahme der Bepflanzung mit Blumen forderten. Das Landesdenkmalamt hatte daraufhin 120.000 Euro in eine Neugestaltung des Platzes investiert. Die Blüh-Saison 2017 ist damit gerettet – und erfreut nun wieder Anwohner und Gäste der Stadt,

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MHS