Von Amina Mendez
Bald ist es Hochsommer und bei Wärme halten wir uns gern draußen auf. Steigende Temperaturen und Hitzetage können dennoch manchmal unangenehm werden. In Berliner Parks findet Erholung und eine oft wohltuende Kühle. Schattige Plätze laden zum Verweilen ein, auch bei hohen Temperaturen bleibt der Aufenthalt im Freien dann angenehm. Der Francke-Park bietet sogar eine besondere kühle Oase.
Der Franckepark in Tempelhof zählt mit ca. sechs Hektar Fläche zu den größten Parks im Ortsteil Tempelhof. Etwas abseits der Hauptgeschäfts- und Verkehrsstraßen gelegen, ist er unter Berlinern bisher weniger bekannt. Dabei ist der Park zentral gelegen, gleich hinter dem Rathaus Tempelhof, nahe des Stadtbads und unweit des Wenckebach-Krankenhauses.
Der Franckepark ist einer der ältesten Grünanlagen in Tempelhof. Theodor Francke lebte im 19. Jahrhundert und war ein angesehener Kaufmann. Zudem besaß er eine Elfenbeinbleicherei im Bezirk. Im Jahr 1875 veranlasste er die Gestaltung des Parks. Jonathan Kaehler wurde mit dem Entwurf beauftragt, der auch Leiter von Franckes Baumschulen war. Fast 50 Jahre später, 1924 übergaben Franckes Erben den Park an die Gemeinde Berlin.

Franckepark – ein Ort mit Geschichte
Von 1925 bis 1928 wurde der Park opulent umgestaltet. Er erhielt einen Rosengarten, ein Dammwildgehege, eine Tanzfläche, ein Parkcafé, eine Fasanerie und ein Vogelhaus. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erfolgte wiederum eine Neugestaltung des Parks. Das Dammwildgehege, das sich in einer Senke befand, wich einer Renaturierungssenke mit einem kleinen Teich. Den oberen Rand des ehemaligen Geheges säumt nun ein Spazierweg. Auch die anderen Parkelemente verschwanden bis auf den Rosengarten.
Der Ostteil des Parks wird auch „Dunstloch“ genannt. In der Senke sammelt sich kühle Luft. Hier findet man heute viele alte Bäume. Zwanzig Meter hohe Buchen, Eschen, Eichen, Linden sowie Kastanien geben Spaziergängern ein schützendes Dach gegen die sommerlichen Hitzestrahlen der Sonne. Das mit Bereich ist mit Azaleen, Rhododendren, Farnen und japanischen Schattenglöckchen bepflanzt, die hier aktuell zur Frühsommerzeit einen zauberhaften Reiz entfalten. Es gibt auch Sitzbänke, auf denen in der Kühle des Parks verweilt werden kann.

Neugestaltung des Rosengartens lockt Besucher an
Nach langer Zeit war der Rosengarten deutlich in die Jahre gekommen. Er wies Abnutzungserscheinungen und bauliche Defekte auf. Aus diesem Grund wurde eine Sanierung des Rosengarten durchgeführt. Am 9. Mai 2026 feierte man seine Wiedereröffnung. Die Neugestaltung wurde mit Mitteln des Programms Nachhaltige Erneuerung umgesetzt. Nun glänzt er wieder als repräsentativer Eingang zum Park und als Schmuckgarten, der sich an den ursprünglichen Vorgaben orientiert.

Der symmetrisch gestaltete Garten ist nun mit mehr als 1.000 Stauden, Bodendeckern und Rosen geschmückt. Zahlreiche Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Im Zentrum befindet sich der quadratische Brunnen mit einem zarten Springstrahl. In dieser geordneten grünen Atmosphäre lässt sich gut entspannen. Auch Kinder haben Spaß am Springbrunnen. Familien verbinden den Besuch mit einem Ausflug zum benachbarten Kinderspielplatz.
Nördlich des Rosengarten sind nun auch neue Aufenthaltsbereiche hinzugekommen. An dieser Stelle befand sich ursprünglich der Kaffeegarten. Nun kann man an den Spieltischen Schach oder Dame spielen. Die Sitzgruppen mit Tischen und Sitzbänke bieten einen Blick ins Grüne und sind wie die meisten Wege des Park barrierefrei erreichbar.

Ziel der Neugestaltung war auch die Einbindung des Park in das geplante Stadtteilprojekt „Neue Mitte Tempelhof“. Im Rahmen dieses Projekts wird in Zukunft auch ein neues Wohnviertel gleich neben dem Rathaus Tempelhof entstehen.
Der Franckepark ist Teil eines größeren Grünzugs im Ortsteil Tempelhof. Er ist mit dem Alten Park, dem Lehnepark und Bosepark durch grüne Wege verbunden. Dadurch ergibt sich ein kilometerlanges hügeliges Band von schönen Spazierwegen durch den Ortsteil Tempelhof.
Theodor-Francke-Park | Alt-Tempelhof 24, 12099 Berlin
Ausstellung im Tempelhof Museum:
12.06. 2026 bis 03.01.2027
Sonderausstellung: Elfenbein in Tempelhof.
Spuren kolonialer Ausbeutung im Franckepark
Eröffnung: Donnerstag, 11.Juni 2026 | 18 Uhr
Öffnungszeiten: Di bis So 13–18 Uhr | Do 10–18 Uhr
Eintritt kostenfrei | Kein barrierefreier Zugang
Tempelhof Museum | Hauptstraße 40/42 | 10827 Berlin | museen-tempelhof-schoeneberg.de
Gärten und Parks im Bezirk Tempelhof-Schöneberg
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