Von Michael Springer
Die Migrationspolitik muss neu gewichtet und geändert werden: die sofortige Arbeitsaufnahme und der Einsatz in sozialversicherungsrechtlichen Beschäftigungsverhältnissen hat oberste Priorität! — Der eigene Wohnraum muss lohnendes Ziel guter Arbeit sein und auch durch Kredit- und Finanzierungsmodelle zugänglicher werden, als bisher. Auch Arbeitgeber können mehr für Azubis und die junge Generation tun!
Flüchtlingsunterkünfte sind die teuerste Wohnform, weil sie städtebaulich nur subventionierte „Wartepositionen“ mit „Bewachungsarbeitsplätzen“ sind, die Eigeninitiativen, Bildung und Enkulturation lähmen und zielgerichtete Arbeit und neue Wertschöpfung verhindern.
Der vernünftigste Schritt ist die Wiederaufnahme des „Arbeiter-Wohnungsbaus“ auf den massenhaft verfügbaren Gewerbeflächen in Berlin. Es sind viele kleine Wohneinheiten möglich, von der einzelnen Hausmeisterwohnung, bis hin zu „Boardinghouses“ für Startups und bis hin multifunktionalen Gewerbebauten mit Wohn- und Infrastrukturanteilen. Besser noch mit Kultur und sozialer Infrastruktur gemischt. Im landeseigenen Gewerbegebiet bringt dabei §6a BauNVO (Urbane Gebiete) die beste Stadtrendite und eine stückweise Entlastung der übergebordeten Schuldenlasten des Land Berlin.
Konkret muss eine „De-Finanzialisierungsstrategie“ umgesetzt werden, die jegliche Kredit- und Fremdkapitalaufnahme minimiert und durch Eigenkapitalinvestitionen von Unternehmen, durch Selbstbau und Baugruppen und durch mittelständische Bauvergabe mit Eigenanteilen ersetzt.
Ziel ist dabei, Ausbildung, Selbstbau und Wertschöpfung durch Arbeit systemisch zu stärken und mehr und mehr (übertragbare) Eigentumsanteile und Genossenschaftsanteile zu erarbeiten. Das Gesamtziel „Arbeit UND Wohnen“ muss auf die Agenda gesetzt werden, um das Land Berlin nicht mit jedem Projekt immer tiefer in eine Finanzkrise zu führen.
Politik muss „Wohnen, Lebensqualität und Lebenserwerb“ fördern, und muss dabei auf wirtschaftliche und nachhaltig selbsttragfähige Strukturen setzen. Dabei muss die junge Generation bevorzugt und in ganzheitlicher Verantwortung einbezogen werden. Wirtschaftliche Träger und Organisationen mit einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb sind zu fördern und durch Vergabepolitik zu unterstützen — nicht zu alimentieren.
Flankierend können Ausbildungswerkstätten und Beschäftigungsgesellschaften eingesetzt werden, um „Lost Places“ und stillgelegte Gewerbeimmobilien zu revitalisieren oder auch zurück zu bauen.
Um die Migrationskrise zu überwinden, sollte der „modulare Wiederaufbau“ von Kriegsgebieten und Investitionsruinen mit internationalen Wiederaufbauprojekten syntegriert werden. Öffentliche Bauten, technische Infrastruktur, Werkstätten und Versorgungsbetriebe können in Container-Modulen gefertigt und exportiert werden, um rasch neue Ansiedlungen zu fördern.
Die Berliner Landespolitik muss sich daher ein Stück weit aus der bisherigen „Sozialbetreuungspolitik“ lösen und neu in eine international verbindende Wirtschafts- und Kooperationspolitik investieren, die im Land Berlin neue Modelle von „Arbeiten und Wohnen“ zum neuen „Zivilisations-Modell“ macht!
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