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Aufräumarbeiten auf: berlin.de: Bezirke auf Serviceseiten verlagert

Stadtportal berlin.de vor einer Neukonzeption

Wer sich aktuell das Landesportal www.berlin.de anschaut, findet derzeit eine Baustelle vor. Die RSS-Feeds der Presse-Seiten wurden in der letzten Nacht abgeschaltet und erst heute gegen 9:30 Uhr neu aufgeschaltet.
Wichtigste Änderung: Mit dem schon vor Monaten erfolgten Ausbau des Service-Portals wird die tiefe Seitenstruktur verändert.

Die Senatskanzlei ist federführend, und steht oben unter dem Menupunkt Politik – Verwaltung – Bürger ganz vorn.

Interessant wird es nun bei Senatsverwaltungen und Bezirksämtern: diese sind nur über Serviceseiten zu finden.

Ob das den Intentionen der Landesverfassung und einer bürgerfruendlichen Stadt entspricht, die Berliner Bezirke nur über ihre „Bezirksämter“ zugreifbar zu machen, ist fraglich.

In jedem Fall ist die Linkstruktur ein Tort und eine Diskriminierung für die Berliner Bezirke, die hier unter eine bürgerfeindliche Internet-Regie der aktuellen Verantwortungsträger des Berliner Stadtportals gezwungen werden.

Die Pressemitteilungen der Senatkanzlei, RSS-Feeds und der Zugriff auf ältere Pressemitteilungen waren in der letzten Nacht auch abgeschaltet.

Klickt man die einzelnen Senatsverwaltungen an, so gibt es völlig unterschiedliche Menüstrukturen für den Zugriff auf aktuelle Pressemeldungen. Die Pressestelle rutscht z.T. aus Hauptmenüs in Untermenüs, und ist bei der Senatsverwaltung für Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales erst an vorletzter Stelle im Menü Service zu finden.
Wirtschaftssenatorin Ramona Pop leistet sich auf der Hauptseite eine „selbstbelobigende“ Aktuelles / Presseschau.

Die Umbauarbeiten am Stadtportal berlin.de gehen offenbar noch eine ganze Weile weiter. Eine presseöffentliche Darstellung, welche Bauarbeiten laufen, gibt es nicht. Auch gibt es keinen öffentlichen Detail-Plan oder gar eine „Roadmap“.

Auch die Berliner Bezirksbürgermeister und politischen Parteien scheinen sich nicht sonderlich für das Thema zu interessieren – obwohl das Thema „Digitalisierung“ in Berlin von ganz zentraler Bedeutung ist.

Veränderungen geplant

Immerhin: ab 2022 soll alles anders werden: BerlinOnline und damit das Stadtportal Berlin.de sollen nach Willen von Senatskanzlei-Chef Christian Gaebler (SPD) ganz in Landeshand übernommen werden. Käufer könnte die IBB werden, die danach eine neue Firmenkonstruktion nach den Mustern von „landeseigenen Betrieben“, „Public-Private-Partnerships wie Berlin-Partner“ oder nach dem Vorbild von „öffentlichen Rundfunkanstalten“ ins Leben rufen kann.

Im Bündnis Digitale Stadt Berlin gibt es eine Diskussion, wie eine künftige Digitalisierungspolitik aussehen soll, in der auch alternative Ansätze für das Stadtportal berlin.de gesucht werden. In einem Diskussionspapier wird eine „Eine demokratische und inklusive Digitalisierungspolitik in Berlin“ angedacht.
In dem Forderungskatalog werden jedoch vorwiegend Vorschläge gemacht, die nur steuerfinanziert umsetzbar sind.

Ein „digital-ökonomisches und volkswirtschaftliches Konzept“ ist nicht erkennbar.
Leider ist auch nicht öffentlich erkennbar, welche Akteure hinter dem Bündnis Digitale Stadt Berlin stehen.
Das Thema Stadtportal ist jedoch zu wichtig, um in Hinterzimmern und molekülartigen Öffentlichkeiten von Video-Konferenzen entschieden zu werden!

Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2021 Welche Konzepte haben die Berliner Parteien und Direktkandidaten für das künftige Stadtportal berlin.de? Wer sind die „Digitalexperten“, die auch presseöffentlich Stellung nehmen?

Leser-Aktion: Digitalisierungs-Politik:
Welche Ideen und Anforderungen stellen Sie als Leser und Leserin?
Was sind Ihre Wünsche für eine intelligente und soziale Smart City Berlin?

Schreiben Sie uns einfach: info@anzeigio.de

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