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Autoklassiker: Renault 4CV – das Cremeschnittchen

Renault 4 CV

1,1 Millionen Fahrzeuge des viertürigen Pkw mit Heckantrieb wurden zwischen 1946 bis 1961 gebaut: der Renault 4 CV war mitten im zweiten Weltkrieg heimlich entwickelt worden, weil die deutche Besatzer die Entwicklung von Automobilen untersagt hatten.
Offiziell präsentiert wurde das Fahrzeug im Oktober 1946 auf der Mondial de l’Automobile in Paris. Die Bezeichnung 4CV steht für die französische Steuerklasse „CV“. Der für dieses Modell neu entwickelte wassergekühlte Vierzylinder-Reihenmotor („Ventoux“- bzw. „Billancourt“-Motor) wurde zu einem Serienmotor, der bis 1997 beim Renault 5 eingebaut wurde.

Der Vierzylinder-Heckmotor ist wie beim VW-Käfer angeordnet, hat jedoch eine Wasserkühlung, weshalb es an den hinteren Kotflügeln sehr charakteristische Kühlluftschlitze gibt. Von 1948 an wurden serienmäßig Gürtelreifen Michelin X verwendet.

Die Serienproduktion begann 1947 im Renault-Werk Billancourt auf der Île Seguin bei Paris und lief bis 1961.

Butterklumpen und Cremeschnittchen

Für die ersten Serienfahrzeuge verwendete Renault Restbestände der Tarnfarbe des früheren Deutschen Afrikakorps. Wegen der sandbeigen Farbe erhielt das Auto im Volksmund den Namen „Motte de Beurre“ (Butterklumpen). Im Saarland wurde daraus der Spitzname „Cremeschnittchen“, denn hier wurde der Renault 4 CV bis 1959 wegen der eine nach dem Zweiten Weltkrieg auferlegten Zollunion mit Frankreich gekauft, und machte etwa drei Viertel aller Fahrzeug-Zulassungen aus. Fahrzeuge aus der Bundesrepublik Deutschland wie etwa der VW-Käfer hätten zusätzlich verzollt werden müssen. Das Saarland hat so zum enormen Erfolg des Renault 4 CV beigetragen.

Im April 1954 wurde die erste halbe Million Fahrzeuge gefeiert und Ende 1958 erreichte der 4CV als erster Renault die Grenze von einer Million. Ein Lizenzbau von FASA im spanischen Valladolid machte das Auto auch in Spanien populär. wobei in Frankreich vorgefertigte Teile montiert wurden. Ebenfalls in Lizenz baute ab 1953 der japanische Hersteller Hino das Auto als Rechtslenker. Es verrichtete vor allem als Taxi seinen Dienst.

Viel Auto mit verhältnismässig wenig Motor

Während des Produktionszeitraums wurde der Wagen nur wenig verändert. 1955 wurde ein moderneres Armaturenbrett eingesetzt. die Motorleistung wurde von 17 PS (13 kW) auf 19,5 PS (14 kW) erhöht und ein Anlasser mit Magnetschalter eingebaut. 1957 wurden die charakteristischen „Sternfelgen“ (jantes étoiles) zugunsten herkömmlicher Stahlscheibenräder aufgegeben. Der Wagen hatte jetzt 21 PS (15 kW) und konnte mit Heizung bestellt werden. 1959 wurde die Leistung des Motors auf 26 PS (19 kW) erhöht.
Die Popularität des Renault 4 CV ist auch mehreren Rennsiegen zu verdanken. 1949 wurde es Sieger der Rallye Monte Carlo in der Klasse bis 1100 cm³. 1951 folgte der wichtige Sieg im 24-Stunden-Rennens von Le Mans in seiner Klasse. Und 1952 zeigte der „4 CV“ seine Qualitäten als Sieger der Mille Miglia in seiner Klasse.
Der nur 600 kg leichte Renault CV war eines der erfolgreichsten Automobile der Nachkriegszeit, und legte den Grundstein für die Massenmotorisierung in Frankreich und einigen Nachbarstaaten.

Die Geschichte des Renault 4 CV wurde in einer Momografie des Motorbuch-Verlages von Andreas Gaubatz und Jan Erhartitschs aufgeschrieben. Das Buch ist Reise in die Welt des Renault 4CV und zugleich eine einzige Liebeserklärung an den kultigen kleinen Franzosen aus Billancourt.

Renault 4 CV - Buch

Andreas Gaubatz / Jan Erhartitsch
Renault 4 CV
Das Cremeschnittchen

Motorbuch Verlag
96 Seiten, 220 x 240 mm,
36 sw-Abbildungen, 139 Farbabbildungen
ISBN: 978-3-613-04064-9
12,95 EUR


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m/s
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