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Davos Manifesto 2020 für einen besseren Kapitalismus

Davos - Tagungsort des World Economic Forum

Das Weltwirtschafsforum in Davos wurde wegen der Corona-Pandemie in den Sommer 2021 verschoben. Im kommenden Januar 2021 wird es lediglich Live-Streams und Online-Konferenzen geben. Wichtigstes Thema der kommenden Monate ist THE GREAT RESET. Geplant wird so etwas wie ein Neustart des weltweiten Kapitalismus.

Als Einleitung und Inspiration wurde das „Davos Manifesto 2020“ formuliert, das sich an alle Wirtschaftsführer der weltweit agierenden Konzerne und börsennotierten Aktiengesellschaften richtet.

Warum wir das „Manifest von Davos“ für eine bessere Art von Kapitalismus brauchen

i. Ein Unternehmen dient seinen Kunden, indem es ein Wertversprechen anbietet, das ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Es akzeptiert und unterstützt einen fairen Wettbewerb und gleiche Wettbewerbsbedingungen. Es toleriert keine Korruption. Es hält das digitale Ökosystem, in dem es arbeitet, zuverlässig und vertrauenswürdig. Sie sensibilisiert die Kunden voll und ganz für die Funktionalität ihrer Produkte und Dienstleistungen, einschließlich negativer Auswirkungen oder negativer externer Effekte.

ii. Ein Unternehmen behandelt seine Mitarbeiter mit Würde und Respekt. Es ehrt die Vielfalt und strebt nach kontinuierlichen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und des Wohlbefindens der Mitarbeiter. In einer Welt des raschen Wandels fördert ein Unternehmen die kontinuierliche Beschäftigungsfähigkeit durch ständige Weiterbildung und Umschulung.

iii. Ein Unternehmen betrachtet seine Zulieferer als echte Partner bei der Wertschöpfung. Es bietet neuen Marktteilnehmern eine faire Chance. Es integriert die Achtung der Menschenrechte in die gesamte Lieferkette.

iv. Ein Unternehmen dient durch seine Aktivitäten der Gesellschaft als Ganzes, unterstützt die Gemeinschaften, in denen es arbeitet, und zahlt seinen gerechten Anteil an Steuern. Es gewährleistet die sichere, ethische und effiziente Nutzung von Daten. Es fungiert als Verwalter des ökologischen und materiellen Universums für künftige Generationen. Sie schützt bewusst unsere Biosphäre und setzt sich für eine zirkuläre, gemeinsame und regenerative Wirtschaft ein. Sie erweitert kontinuierlich die Grenzen von Wissen, Innovation und Technologie, um das Wohlergehen der Menschen zu verbessern.

v. Ein Unternehmen bietet seinen Aktionären eine Kapitalrendite, die den eingegangenen unternehmerischen Risiken und der Notwendigkeit kontinuierlicher Innovation und nachhaltiger Investitionen Rechnung trägt. Es verwaltet verantwortungsbewusst die kurz-, mittel- und langfristige Wertschöpfung im Streben nach nachhaltigen Aktionärsrenditen, die die Zukunft nicht der Gegenwart opfern.

B. Ein Unternehmen ist mehr als eine wirtschaftliche Einheit, die Wohlstand schafft. Es erfüllt menschliche und gesellschaftliche Bestrebungen als Teil des umfassenderen Sozialsystems. Leistung muss nicht nur an der Rendite für die Aktionäre gemessen werden, sondern auch daran, wie es seine Ziele in den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung erreicht. Die Vergütung von Führungskräften sollte die Verantwortung der Stakeholder widerspiegeln.

C. Ein Unternehmen mit einem multinationalen Tätigkeitsbereich dient nicht nur all jenen Stakeholdern, die direkt involviert sind, sondern fungiert selbst – zusammen mit Regierungen und der Zivilgesellschaft – als Stakeholder unserer globalen Zukunft. Globales gesellschaftliches Engagement von Unternehmen erfordert, dass ein Unternehmen seine Kernkompetenzen, sein Unternehmertum, seine Fähigkeiten und relevanten Ressourcen in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und Stakeholdern einsetzt, um den Zustand der Welt zu verbessern.

Denkwandel und ganzheitliche Unternehmensphilosophien auf dem Weg zu nachhaltigen und sozialen Geschäftsmodellen

Das Weltwirtschaftsforum diskutiert damit weltweite radikale Reformen, und hat eine Agenda für THE GREAT RESET initiert, die noch in vielen Aspekten ausgearbeitet werden muss.

Um sich einen Überblick über die gigantischen Dimensionen zu verschaffen, in denen weltweit nach einem „besseren Kapitalismus“ gesucht wird, hilft eine Visualisierung aller Gelder und Märkte der Welt des kanadischen Magazins Visual Capitalist.

Die Debatte um THE GREAT RESET wird sich bis zur kommenden Bundestagswahl entfalten und viele Themen und Aspekte umfassen.


Gastbeiträge, Kritik und Kommentare zu THE GREAT RESET:
info@tempelhof-schoeneberg-zeitung.de

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