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Equal Pay Day 10. März 2021

Equal Pay Day 10. März 2021

Die alljährliche Aktion zum „Gender Pay Gap“ vermeldet Jahr um Jahr kleine Erfolge. 2018 lag der Equal Pay Day auf dem Datum des 18.März. Seit dem ersten Equal Pay Day 2008 hatt sich die Lohnlücke um 2 Prozentpunkte auf 21 Prozent verringert.
2019 stagnierte der „Gender Pay Gap“ bei 21 Prozent. Im EU-Vergleich ein schlechter Wert, denn im europäischen Vergleich liegt der Unterschied in der Bezahlung bei nur 16%.
2020 gab es eine kleine Verbesserung, der Equal Pay Day war am 17.März 2020.
Inwischen ist der „Gender Pay Gap“ von 20% auf 19% gesunken — wie der Business and Professional Women Germany e.V. (BPW) bei Berechnung des Datums auf Basis von Daten des Statitischen Bundesamts für den nächsten Equal Pay Day festgestellt hat.
Der Equal Pay Day verschob sich daher in diesem Jahr auf den 10.März 2021.

Unbereinigt liegt der „Gender Pay Gap“ in Deutschland aktuell immer noch bei 19 Prozent (EU-Durchschnitt: 14,8 Prozent). Berechnet wird dies auf Grundlage des durchschnittlichen Brutto-Stundenlohnes von Frauen (17,72 EUR) und Männern (22,16 EUR).

Dreizehn Jahre Aktion zum Equal Pay Day

In Deutschland wird der Equal Pay Day offiziell seit dreizehn Jahren
begangen. Seit dem Jahr 2010 schiebt sich der Aktionstag vom 26. März in
langsamen Schritten in Richtung Jahresanfang. Die Wahl des Datums hängt
mit der Höhe des aktuellen Lohnunterschiedes zusammen: 19 Prozent von
365 Tagen ergeben in diesem Jahr den 10. März 2021. Statistisch gesehen
arbeiten Frauen bis zu diesem Tag umsonst, während Männer bereits ab dem 1. Januar für ihre Arbeit entlohnt werden.

Ursachen für den „Gender Pay Gap“

Drei Viertel des Verdienstunterschiedes zwischen Frauen und Männern
sind darauf zurückzuführen, dass Frauen häufiger in Branchen und Berufen arbeiten, in denen schlechter bezahlt wird und sie seltener
Führungspositionen innehaben. Auch arbeiten sie häufiger als Männer
in Teilzeit und in Minijobs und verdienen deshalb im Durchschnitt pro
Stunde weniger. Im Jahr 2018 war in Deutschland fast jede zweite
erwerbstätige Frau (47 Prozent) im Alter von 20 bis 64 Jahren in
Teilzeit tätig. Unter den Männern betrug dieser Anteil nur neun Prozent.
Der überwiegende Teil der teilzeitarbeitenden Frauen gab als Hauptgrund
die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen (31 Prozent)
beziehungsweise andere familiäre oder persönliche Verpflichtungen (17
Prozent) an.

Das verbleibende Viertel des Verdienstunterschieds entspricht dem
bereinigten Gender Pay Gap, der den Verdienstabstand von Männern und
Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und
Erwerbsbiografien misst. Er wird nur alle vier Jahre ermittelt und liegt
aktuell bei sechs Prozent.

Next Step: Abschaffung der Steuerklasse V

Unberücksichtigt bleiben bisher noch viele andere Faktoren, die eine ungleiche Bezahlung von Frauen begünstigen. Die ungünstige Steuerklasse V wird im Rahmen des Ehegattensplittings in der Regel den Frauen zugeteilt, weil sie geringere Einkommen haben, als der Ehemann. Die Abschaffung dieser diskriminierenden Regelung ist überfälllig. Bisher hat sich bundesweit dafür die CDU-Frauenunion ausgesprochen.

Diskriminierend sind auch die Regeln zum Baukindergeld, das wegen der Einkommenshöhen vor allem gutverdienenden Paaren zufließt. Muß es nicht auch eine gleichartige Förderung für Alleinerziehende geben?
Auch erreicht der Elektro-Bonus für Kraftfahrzeuge eher Ehefrauen mit dem Zweitwagen in der Familie, als Alleinerziehende mit niedrigen Einkommen. Sie bringen nicht das notwendige Startkapital für einen Neuwagenkauf auf. — Lebenschancen sind so ungleich verteilt!

Aktion zum Equal Pay Day am 10. März 2021
Zum Equal Pay Day wurde am Rathaus Schöneberg am Mittwoch, dem 10. März 2021 die Equal-Pay-Day-Fahne gehisst, um auf geschlechterspezifische
Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern aufmerksam zu
machen.
Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, betonte in ihrer Rede, wie wichtig Rollenvorbilder sind, um tradierte Rollenmuster zu durchbrechen.

Sie sagte dazu:
„Ich freue mich, Teil der Kampagne „game changer“ zu sein, die Frauen und Männer vorstellt, die sich nicht in eine Schublade stecken lassen und deren gemeinsames Ziel die Gleichberechtigung der Geschlechter ist.“
Auch in Tempelhof-Schöneberg ist es Ziel, diese Geschlechterstereotypen zu durchbrechen, und junge Frauen und Mädchen zu ermutigen, ihren Weg zu gehen.
Die diesjährige Kampagne des Equal Pay Days läuft unter dem Namen „game changer“. Mit „game changer“ sind Personen gemeint, die das Spiel umdrehen, in dem sie eigene Mechanismen und Regeln in Kraft setzen. Auch Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler ist Teil der Kampagne. Denn gerade die Kommunalpolitik ist häufig noch männerdominiert — es gibt nur 9% „Bürgermeister_innen“.