Dienstag, 27. Februar 2024
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Galeria künftig ohne die beiden Traditionsmarken Karstadt und Kaufhof

Karstadt am Tempelhofer Damm

Die Corona-Lockdowns haben massive Umsatzausfälle bei Galeria Karstadt Kaufhof hinterlassen. Nach der Konzernfusion von Karstadt und Kaufhof steht nun die zweite große Restrukturierung an. Auch der Kaufhausstandort am Tempelhofer Damm ist noch lange nicht gesichert.

Nach Angaben von Vorstandschef Miguel Müllenbach fehlen schon rund 1,8 Milliarden Euro im erwarteten Gesamtumsatz.
Der Konzern plant nun abermals eine Neuausrichtung und wird im Rahmen des Konzepts Galeria 2.0 die beiden Traditionsmarken Karstadt und Kaufhof nach und nach verschwinden lassen.

Der aktuelle Internetauftritt Galeria.de nimmt die Entwicklung schon vorweg. Er wurde zu einem modernen Omnichannel-Marktplatz umgebaut, der auch für mittelständische stationäre Händler interessante Marktzugänge öffnet.

Die neue Strategie sieht drei Typen von Warenhäusern vor, die jeweils als „Weltstadthaus“, „regionaler Magnet“ und „lokales Forum“ positioniert werden und sich den unterschiedlichen städtischen Umfeldern anpassen. nennt. Von den derzeit 131 Häusern sollen bis komplett umgebaut werden, der Rest zumindest teilweise. 600 Mio. e sollen dafür investiert werden.

Die neuen Verkaufsflächen werden für auch für frequenzsichernde Serviceangebote umgerüstet, die das Konzept Warenhaus erweitern: auch für städtische Bürgerdienste, E-Bike-Stationen oder Paketschalter wird das Konzept geöffnet. Ziel ist es, das Ganze wird mit einer App zu vernetzen, über die auch alle Angebote der Partner gebucht werden.

Galeria wird so auch zu einer informellen Anlaufadresse, die mediale Angebote und digitalen E-Commerce bündeln kann, und seine Kunden in Communities einfängt.

Derzeit verhandelt der Konzern über einen zweiten Staatskredit. Der erste Lockdown konnte nur mit Hilfe von 460 Mio. Euro Kredit bewältigt werden.

Ob Galeria damit vollständig über den Berg kommt, ist noch ungewiß, denn die stationären Handelsumsätze geraten insgesamt gegenüber dem Wachstum im Online-Handel immer weiter ins Hintertreffen.

Über die Chancen von Galeria am Kurfürstendamm als „Weltstadthaus“ entscheidet vor allem die Entwicklung der Berliner Touristenzahlen. Das Haus an der Wilmersdorfer Straße hat Chancen als „lokaler Magnet“, wenn auch die Wilmersdorfer Straße insgesamt attraktiver und „magnetischer“ wird.
Das Kaufhaus am Tempelhofer Damm ist aufgrund enger und begrenzter baulicher Gegebenheiten bestenfalls als „lokales Forum“ auszubauen.

Positive Entwicklungschancen können am „Te-Damm“ jedoch nur erarbeitet werden, wenn „digitale Synergien“ mit tagesaktuellen Angeboten aufgebaut und genutzt werden.

Die Online-Konkurrenz bindet längst ihre Kunden mit täglichen Push-Angeboten und Sonderaktionen — und Amazon Prime-Abos gibt es schon in fast jedem zweiten Haushalt.

m/s