Dienstag, 21. Mai 2024
Home > Aktuell > Rewe steht wegen fehlender Tierwohlstandards in der Kritik von Tierschützern

Rewe steht wegen fehlender Tierwohlstandards in der Kritik von Tierschützern

Aktionsmobil gegen Tierqual in der Massentierhaltung

Zum Protest gegen „Qualfleisch von Rewe“ rufen seit heute die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt und acht weitere Tierschutzorganisationen auf. Gemeinsam mit kritischen Kund:innen fordern sie Deutschlands zweitgrößten Lebensmitteleinzelhändler auf, höhere Tierschutzstandards in der Hühnermast einzuführen. Rewe hinkt Mitbewerbern wie Aldi oder Norma hinterher und wird den eigenen vollmundigen Nachhaltigkeitsversprechen nicht gerecht, so die Stiftung.

Aufnahmen aus Wiesenhof-Stall zeigen leidende Tiere

Undercover-Aufnahmen aus einem Wiesenhof-Stall in Niederlehme (Brandenburg). Sie wurden von der Tierschutzorganisation SOKO Tierschutz angefertigt. Zu sehen sind Hühner, die sich aufgrund ihres massiven Muskelwachstums kaum auf den Beinen halten, bzw. nicht mehr aufstehen können.

Der harte Vorwurf: „Tierqual hat System in der Massentierhaltung: Sogenannte Masthühner leiden besonders unter der Qualzucht, trostlosen und überfüllten Ställen sowie stressvollen Betäubungsmethoden vor der Schlachtung. Hühner aus der Mast machen mehr als 80 % der geschlachteten Landtiere aus. Jährlich sind das mehr als 620 Millionen Tiere, die Mehrheit aus konventioneller Massentierhaltung. In Umfragen wünscht sich die Mehrheit der Deutschen jedoch regelmäßig bessere Haltungsbedingungen für landwirtschaftlich genutzte Tiere.“

Stiftung kritisiert faulen Deal der Supermärkte

Die in der „Initiative Tierwohl“ organisierten Einzelhandelsunternehmen – darunter auch Rewe – haben angekündigt, künftig mehr Produkte der „Haltungsform“-Stufen 3 und 4 anzubieten. Das sieht die Albert Schweitzer Stiftung als Versuch, günstig um das Thema Tierschutz in der Hühnermast herumzukommen.

„Viele Kundinnen und Kunden werden trotzdem meist zum Billigsten greifen. Am Ende streichen die Supermärkte das höherwertige Angebot wieder, weil es sich nicht rentiert. Das konnten wir kürzlich erst beim >Bauernbonus< von Lidl beobachten“, so Mahi Klosterhalfen.
„Wir fordern deshalb von Rewe und anderen, das Tierschutzniveau für alle Tiere auf einen neuen Mindeststandard anzuheben.“

Die Albert Schweitzer Stiftung mobilisiert derzeit noch mehr Menschen, wirksamen Tierschutz von Rewe einzufordern.
Auf der Internetseite www.ReweDeinTierleid.de informiert sie über die Tierquälerei für Rewe-Hühnerfleisch. Dort kann man sich auch der Forderung an das Unternehmen anschließen. Die Stiftung hat zudem in den kommenden Tagen online und offline Aktionen geplant, u. a. vor Rewe-Märkten und -Büros und der regionalen Zentrale in der Rheinstraße 8, in 14513 Teltow.

Mehr Informationen:

www.albert-schweitzer-stiftung.de