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Amazon baut in Mariendorf aus

Amazon Versandzentrum Mariendorf

1998 hat Amazon von München aus begonnen, in ganz Deutschland Standorte aufzubauen, mittlerweile sind es 34 in neun Bundesländern mit insgesamt 16000 festangestellten Mitarbeiter_innen. In der Metropolengion Berlin-Brandenburg gibt es das große Logistikzentum in Brieselang, einen Standort in Tegel, sowie ein Versandszentrum im Kudamm-Karree am Kurfürstendamm 195. Von hier beliefert Amazon seine Primekunden binnen einer Stunde. Seit dem 11. Juli 2018 hat Amazon auch am Standort Porschestraße in Mariendorf seine Pforten geöffnet.

Bezirksbürgermeisterin besuchte neuen Amazon-Standort

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler besuchte Amazon am 24.Oktober, und verabredete sich dazu mit Amazon-Standortleiter Christian Ortmann, um den Betrieb näher kennen zu lernen. Am Standort Mariendorf arbeiten derzeit 136 Männer und 17 Frauen im Dreischichtbetrieb. Frau Schöttler fragte nach, warum so wenige Frauen im Betrieb sind, ob die amazon-typische Lagertätigkeit eher auf männliche Mitarbeiter ausgerichtet sei? Standortleiter Christian Ortmann entgegnete: „Nein, diese Tätigkeit ist körperlich nicht anstrengend und wir arbeiten auch sehr gerne mit Frauen zusammen.“

Beim Besuch der Bezirksbürgermeisterin im Verteilzentrum ging es eher ruhiger zu. Am Abend und in der Nacht sieht es in dem Dreischichtbetrieb ganz anders aus. Dann kommen LKW’s aus Brieselang und liefern Pakete an, die von Mariendorf dort über ein ausgeklügeltes System an ihre Bestimmungsorte im Süden Berlins und im südlichen Umland ausgeliefert werden. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zeigte sich beeindruckt von dem präzisen System. Die Verteilung erfolgt mithilfe einer eigenen Amazon Routenplanung.

Industriestandort mit intensiver Liefertätigkeit

Aktuell sind täglich ca. 435 Fahrzeuge für Amazon Logistik in Berlin im Einsatz. Der Standort Porschestraße ist ein Industriegebiet. Bevor Amazon den Standort übernommen hat, war hier schon das Verteilzentrum von Kaisers Tengelmann. Planungsrechtlich ist somit ein Dreischichtbetrieb möglich.

Veränderte Logistik-Strategie von Amazon und Konkurrenz für DHL

Bis zum Sommer hat Amazon auf den Logistikpartner DHL-Group gesetzt, mit dem seit Jahren in Brieselang eine Kooperation besteht. DHL hat inzwischen eigene Verteilzentren in Berlin, und es entwickelt sich Konkurrenz. Da auf dem Amazon Marketplace viele kleine und mittlere Unternehmen aktiv sind, hat Amazon seine Logistik-Strategie angepaßt, und die Neugründung von Kurierdiensten unterstützt. Inzwischen sind daher viele kleine Logistikunternehmen im Geschäft. Die Lieferketten und Bündelung von Transporten über DHL ist in der Folge ausgedünnt worden. Nun fahren viel mehr Kleintransporter zu den Versandzentren, die aus dem ganzen Bundesgebiet anfahren, und nicht immer ortskundig sind.

Bezirksbürgermeisterin Schöttler sieht hier Optimierungsbedarf in der City-Logistik. Auch ein Einsatz von Lastenfahrräder ist denkbar.

Jobmaschine Amazon

Untersuchungen zeigen, dass Berliner KMU (Kleine und Mittlere Unternehmen), die auf dem Amazon Marketplace aktiv sind, mehr als 5000 Mitarbeiter_innen beschäftigen, um ihr Onlinegeschäft auf dem Amazon Marketplace zu betreiben. Bezirksbürgermeisterin Schöttler, die Wirtschaftsförderung und der Standortleiter haben daher gemeinsam überlegt, ob es hinsichtlich Mitarbeitergewinnung möglich wäre, zusammen zu arbeiten. Hier bietet sich zum Beispiel das bezirkliche Projekt „Geflüchtete in Arbeit“ an. Amazon bietet schon jetzt vielen Geflüchteten eine Festanstellung an – und damit eine Zukunft und ein gesichertes Einkommen.

Mit dem Besuch bei Amazon haben Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Standortleiter Christian Ortmann eine erste konstruktive Gesprächsebene hergestellt, um sich künftig über Ideen und Problemlagen auszutauschen.

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