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Amazon-Verkehrschaos: zwei Mal täglich in Mariendorf

Amazon Standort Mariendorf

Am Amazon-Logistikzentum in der Porschestraße in Mariendorf zeigt sich täglich die Kehrseite des modernen Online-Handels. Jeweils morgens gegen 9-11 Uhr und am späten Nachmittag stauen sich Dutzende Kleintransporter aus allen Teilen Deutschlands. Schnell sind es über hundert Fahrzeuge, und täglich werden es immer mehr. Anwohner haben morgens schon über zweihundert Kleintransporter gezählt, und über den Tag mögen es weit über 450 Fahrzeuge sein, die sich auf den Zufahrtstaßen rund um das Amazon-Logistikzentum an der Porschestaße bewegen.

Die Zufahrt führt über die Dederingstraße. Hier müssen die Fahrzeuge von der Lankwitzer Straße aus einbiegen, um nach knapp 300 Metern die Zufahrt zum Amazon-Standort zu erreichen. An der Einmündung der Dederingstraße in die Lankwitzer Straße wird es eng, wenn sich die Kleintransporter auf über 300 Metern Länge rückstauen (s. Titelfoto).

In Fahrtrichtung Lankwitz stauen sich bald auch Kleintransporter zuück, die in die Diederingstraße links abbiegen wollen. An der Einmündung Diederingstraße ist schnell die gesamte Lankwitzer Straße blockiert.

Amazon Standort Mariendorf
Beginnender Rückstau der Linksabbieger in der Lankwitzer Straße an der Einmündung Dederingstraße – Foto: tsz

Auf dem Gelände des Amazon-Logistikzentum führen „Yard-Marshals“ mit leuchtroten Warnwesten die Regie, weisen die Fahrer Kleintransporter ein, und sorgen für die Fahrzeugaufstellung auf dem südlichen Hof. Es sind überwiegend Dieselfahrzeuge, die zum Teil längere Zeit mit laufenden Motor warten. Weiße Kleintransporter ohne Firmenlogos überwiegen, einige Miet-Fahrzeuge mit Vermieter-Logos sind dabei. Erkennbar sind auch einzelne Kurierdienste und im Auftrag von Amazon fahrende selbstständige Kleinunternehmer, die einen Fahrzeug-Aufkleber als Amazon-Partner zeigen.

Die Farben Gelb und Rot fehlen. Fahrzeuge von DHL waren beim Fototermin nicht einzufangen. Die Fahrer der Kleintransporter sind in Eile, denn es sind offenbar auch viele Einzelpaketlieferungen an Bord, die unter Temindruck transportiert werden. Das bedeutet: es wird viel Luft mit den Kleintransportern bewegt. Dieser Teil der Lieferkette ist ökonomisch grenzwertig und ökologisch höchst belastend.

Rückstau in der Dederingstraße – Leerer Logistik-Parkplatz Porschestra0e

Die Yard-Marshals sorgen für die Aufstellung der Fahrzeuge auf dem südlichen Hof, der etwa 50 Kleintransporter aufnimmt, bevor sich der Rückstau in der Dederingstraße bis zur Lankwitzer Straße aufbaut. Die Situation wurde zunächst nur von Außen fotografiert. Das Gelände von Amazon wurden nicht betreten, denn ein Besuch des Amazon-Standortleiters ist erst zu einem angemeldeten Termin geplant.

Amazon-Logistik Mariendorf
Einfahrt zum südlichen Logistik-Hof von Amazon in der Diederingstraße – Foto: tsz

Wenige Minuten nach dem Foto vom südlichen Logistikhof wurde das Amazon-Logistik-Zentrum umrundet und auf der Seite der Porschestraße fotografiert. Auf der großen Logistik-Fläche östlich des Amazon-Gebäudes war noch viel Platz. Etwa 10 Kleintransporter standen aufgereiht. Freier Stellplatz für ca. 60-70 Fahrzeuge war noch frei.

Amazon Standort Mariendorf
Amazon Mariendorf: freie Logistik-Fläche, während die Dederingstraße schon zugestaut ist – Foto: tsz

Anliegerbeschwerden und Verkehrsbelastungen im Umfeld

Der Rückstau in der Dederingstraße belastet nicht nur die Verkehrslage in der Lankwitzer Straße, vor allem auch Anlieger sind betroffen, weil Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden zeitweilig an der Zufahrt gehindert werden. Das Kärcher-Center Keller kann zeitweilig nicht von Kunden angefahren werden. Andere Gewerbebetriebe wie Alphagrün Garten- und Landschaftsbau und ein Teehandelsuchen nach Lösungen, um den vormittags auflaufenden Stau zeitlich auszuweichen.

Die vom Amazon-Logistikzentum abfahrenden Kleintransporter sorgen auch in der Porschestraße für Verkehrsprobleme, hier scheint der zeitliche Schwerpunkt am Nachmittag zu liegen. Vor allem das Abbiegen in die Lankwitzer Straße wird hier zeitweise zum Geduldsspiel für die Fahrer der Kleintransporter, und die aus dem Industriegebiet abfahrenden Berufspendler.

Das laufende Weihnachtsgeschäft, und die Sonderaktionen zum Black Friday-Sale sorgen offenbar auch für besondere Spitzenzeiten im Amazon-Lieferverkehr.

Die Fahrer der Kleintransporter müssen natürlich auch Pausenzeiten einhalten, und suchen dahe im Umfeld nach Parkplätzen, Einkaufsmöglichkeiten und öffentlichen Toiletten. Kundenparkplätze von LIDL an der Lankwitzer Straße, die McDonald-Filiale und die Supermärkte Penny werden belegt. An manchen Tagen sind zwei nahe Diesel-Tankstellen „leergetankt“, weil sich großere Zahlen von Kleintransportern für den Rückweg mit Treibstoff versorgen.

Verkehrssituation am Amazon-Logistikzentum: verbesserungswürdig!

Auch die Berliner Polizei hat schon zeitweilig in die Verkehrsregelung eingegriffen, um die Lankwitzer Straße für den Durchgangsverkehr freizuhalten. Die Fahrer der aus dem ganzen Bundesgebiet anfahrenden Kleintransporter verfügen offenbar nicht alle über genügende Ortskunde. Suchfahrten, wildes Parken oder Verkehrsübertretungen sorgen für zusätzliche Probleme.

In diesem ersten Beitrag wird versucht, die problematische Verkehrssituation am Amazon-Logistikzentum Mariendorf zunächst zu beschreiben und öffentlich auf die Problematik hinzuweisen.

Im geplanten nächsten Beitrag wird der unmittelbare Kontakt mit dem Amazon-Standortleiter aufgenommen, und nach gezielten Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. Auch umliegende Anlieger müssen einbezogen werden, denn die Zufahrtmöglichkeiten für den Marienpark mit den Logistikzentren von REWE und DHL sind mitbetroffen.

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