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Attilastraße: Baustelle mit Überraschungseffekten

Baustelle Attilastraße

Mitte August sorgte ein Wasserrohrbuch unter der Bahnbrücke am S-Bahnhof Attilastraße für eine Straßensperrung der wichtigen Attilastraßen, die eine Hauptverbindungsstraße zwischen Tempelhof und Lankwitz ist. Der Bus 184 und der gesamte Kraftfahrzeugverkehr wird seitdem großräumig umgeleitet. Der Bus 184 fähr nun über Ringstraße durch den Marienpark über Kamenzer Damm nach Lankwitz.

Der Schaden an einer einer 40 cm-Wasserleitung sollte eigentlich schnell behoben werden, doch im Untergrund der Attilastraße lauerten Überraschungen:

Die Wasserleitung verläuft fast mittig in der Fahrbahn in einem Schutzrohr, das vor Erschütterungen schützt. Eine Auswechselung der Wasserleitung auf etwa 40 Metern wäre eine schnelle Angelegenheit gewesen. Doch liegt die Wasserleitung überaschenderweise direkt über einem Abwasserkanal.

Auch der Abwasserkanal musste auf gleicher Länge erneuert werden, so der erste Plan, um an Anschlussleitungen „neuer Qualität“ anbinden zu können.

Doch nun kam die wichtigste „Smart-City“-Lösung ins Spiel, die in Berlin standardmässig bei allen Bauvorhaben im Einsatz ist:

Das Leitungsauskunftsportal der „infrest – Infrastruktur eStrasse GmbH“, das allen Infrastrukturbetreibern in Berlin rechtsfähige „Leitungsauskünfte“ auf Anfrage ausgibt.

Das Leitungsauskunftsportal ist das Tool für Bauausführende, Planer, Verwaltungen oder Netzbetreiber, die ihre Planungen und Bauprozesse vereinfachen und beschleunigen möchten.
Über das Leitungsauskunftsportal werden alle Genehmigungs- und Leitungsanfragen, Anträge auf Schachtscheine und Meldungen automatisch allen zuständigen Stellen zugeleitet.
Es ist eine echte Smart-City-Anwendung, die auf einen Geo-Informationssystem mit digitalen Karten basiert, und inzwischen bundesweit seit Februar 2017 im Einsatz ist.
Die Bauabteilung der Berliner Wasserbetriebe musste also routinemäsig nur eine Anfrage versenden, das Leitungsauskunftsportal gibt dann alle im markierten Baustellenbereich relevanten Daten zu Leitungsnetzen, Rohrleitungen und angemeldete Planungen aus.

Der Vorteil: alle Behörden und Leitungsnetzbetreiber müssen keine irrelevante Anfragen mehr bearbeiten. Planungs- und Abstimmungs-Prozesse werden erheblich beschleunigt und vereinfacht.

Rechtsichere- und revisionssichere Speicherung spart Zeit und Geld

Das Leitungsauskunftsportal sorgt für die gebündelte Beteiligung von Ver- und Entsorgungsunternehmen und Behörden und Trägern öffentlicher Belange. Statt der bisher üblichen Einzelanschreiben wird erheblich Zeit und Geld eingespart. Durch die revisionssichere Speicherung aller Vorgänge und Unterlagen an einem Ort wird jeglicher administrativer Aufwand reduziert. Für die Kostenträger wird auch die Rechtssicherheit gestärkt. Vor allem wird eine Planungsvorschau möglich, denn ein auf 5 Jahre gültiges „Aufgrabungsverbot“ sorgt dafür, dass alle Beteiligten vor Ort sinnvoll zusammenarbeiten und Baumaßnahmen mit angemeldeten Plänen koordinieren.

Überraschung: Bahnbrücken werden erneuer und tiefer gelegt

Der Bauabteilung der Berliner Wasserbetriebe war natürlich der Neubau der Dresdener Bahn bekannt, sodass eine Abstimmung mit den für den Bahnbau zuständigen Bauabteilungen bei DB AG und S-Bahn-Berlin GmbH im Vorfeld klar war.
Überraschend sind jedoch die Pläne für den Brückenneubau und die geplante Verbreiterung der Brückendurchfahrt der Attilastraße.
In der Folge muss die Straßendecke abgesenkt werden. Die über der Abwasserleitung liegende Trinkwasserleitung muß dazu verlegt werden.

Bauverzögerung wegen Umverlegung der Wasserleitung

Die Berliner Wasserbetriebe mussten die Planungen der DB AG in die eigenen Planungen einbeziehen, und haben die Verlegung der Wasserleitung vorgezogen.
Die 40-cm Wasserleitung wird nun auf 90 Metern unter der Brücke neu in eine neue Trasse gelegt. Bei dieser Gelegenheit wurden auch ein paar andere Unternehmen (u.a. Alliander für Straßebeleuchtung)) mit
einbezogen, denn auch die müssen sich nun zum Teil neue Leitungswege und Trassen planen.

Bauverzögerungen: mehr Planung, mehr Baubeteiligte, enger Raum

Stephan Natz, Pressesprecher der Berliner Wasserbetriebe, informierte über die ganzen Zusammenhänge: „Das ging nicht so fix wie Laien denken könnten, weil Arbeiten mitten in der Straße über mehrere Spuren gehen. Dazu kommt die Enge für die Bagger, die ihren Greifarm im engen Raum auch unter der Brücke bewegen müssen.“

Verkehreinschränkungen in der Attilastraße

Was heißt das alles für den Verkehr in der Attilastraße? Noch bis 30. Oktober wird eine Spur aus Richtung Süden wieder geöffnet. Geplant ist auch, Ende November die Gegenrichtung freizugeben.
Für 2021 ist aber auch schon klar: ab Mitte 2021 wird die Attilastraße wieder gesperrt. Die DB AG plant, die Brücken zu erneuern und zu verbreitern.

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