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Dreck-Ecke Walther-Schreiber-Platz

Dreck-Ecke Walther-Schreiber-Platz

/// Kommentar /// – Der Walther-Schreiber-Platz wird als Berliner Verkehrsknotenpunkt täglich von tausenden Menschen frequentiert. Der Wartebereich der westlichen Bushaltestelle vor dem Schloss-Straßen-Center (SSC) ist für die Fahrgäste ein Riesenärgernis. Es ist eine „Dreck-Ecke“, mit der wohl größten Dichte an Zigarettenkippen in Steglitz, die in den Fugen des Kleinpflasters und dem gesamten Wartebereich herumliegen.

Die Fensternische dient als Müllablage. Hier werden leere und halbvolle Coffee-to-Go-Becher abgestellt, Papier, Dosen und leere Verpackungen. Es muss schnell gehen, wenn der Bus kommt. Und bei Getränkebechern sind die Busfahrer unerbittlich: die Kaffeebecher müssen draußen bleiben. Zigarettenkippen natürlich auch.

Die Dreck-Ecke ist kein Aushängeschild für die noble Geschäftsstraße. Offensichtlich gibt es kein funktionierendes Reinigungsmanagement, mit mehreren täglichen Reinigungsgängen.

Die Frage nach der Zuständigkeit ist erst mit einem Blick auf den Stadtplan zu klären. Das südliche Ende der Bundesallee und der Bürgersteig mit der Wartehalle bilden die Südspitze des Ortsteils Friedenau. Zuständig: der Bezirk Tempelhof-Schöneberg, auch wenn sich die meisten wartenden Menschen hier schon in Steglitz wähnen.

Die Busse der Linien 181, M76 und X76 fahren hier mit den Zielorten Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade ab. Viele der wartenden Fahrgäste kommen somit aus dem Bezirk, und begeben sich hier nachmittags auf den Heimweg.

Die Verursacher-Verantwortung für die Dreck-Ecke liegt bei den BVG-Fahrgästen selbst. Der Weg zum nächsten Papierkorb ist zu weit, wenn es schnell gehen muss. Verpackungsmaterialien, Getränkebecher und anderen Abfälle stammen aus den Imbiss-Geschäften und Backshops in Steglitz, und aus den Verkaufsstellen im Untergeschoß des U-Bahnhofes. Die BVG ist als Verpächter mit in der Verantwortung, denn sie entscheidet bei der Vermietung mit, wieviel Abfall und Einwegverpackungen im „Angebot“ sind.

Verärgerte wartenden Fahrgäste entwickeln hier schnell populistische Grundsatzdiskussionen: „Nichts klappt in Berlin!“, „Alles wird immer schlimmer,“ sind noch die harmlosen Varianten. Forderungen nach einem Auftritt des Ordnungsamtes werden gestellt. Höhere Strafen, wie in Singapur werden gefordet. Doch Berlin kann sich mit Singapur nicht vergleichen.

Bei sorgfältiger Betrachtung gäbe es viele vernünftige Handlungsmöglichkeiten, um Sozialverhalten und Ordnungssinn in dieser Dreck-Ecke positiv zu verändern.

Das Centermanagement der Schlossstraßencenters könnte eine Grundreiniung beauftragen, um das Eimkaufserlebnis und das Umfeld zu verbesssern. Man muss nur vor die Tür gehen, und selbst anpacken. Auch die BVG könnte etwa tun, und eine Reinigungsgebühr für alle Kaufstellen erheben, wenn diese „to-go-Produkte“ verkaufen. Abfallvermeidung und Reinigung müssen „etwas kosten“.

Auch bahnhofsübliche Abfallbehälter und Kombi-Ascher im unmittelbaren Haltestellenbereich wären eine sinnvolle Installation.

In jedem Fall ist diese Dreck-Ecke nun eine Anregung, in Steglitz-Zehlendorf und in Tempelhof-Schöneberg über die „Boulevardatmosphäre“ in der Schloßstraße neu nacnzudenken. Es muss ja nicht gleich ein neues Geschäfststraßenmanagement gegründet werden, oder gar ein „Business Improvement District“ aufgelegt werden.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag erscheint zugleich auch in der Steglitz-Zehlendorf Zeitung

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