Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) stellt den Bezirk Tempelhof-Schöneberg – sowie auch alle anderen elf Berliner Bezirke – zurzeit vor große Herausforderungen.
Sowohl personell als auch finanziell befindet sich der Fachbereich Grünflächen des Straßen- und Grünflächenamtes, der für die Bekämpfung zuständig ist, an seiner Kapazitätsgrenze.
Vor diesem Hintergrund kann aktuell nur die Behandlung von Eichen mit sehr starkem Gefahrenpotenzial priorisiert werden. Dazu zählen zum Beispiel befallene Eichen:
- in stark frequentierten Bereichen – dazu gehören Spielplätze, Schulen, Kitas, Sportplätze, Friedhöfe und Parkanlagen mit viel besuchten Wegen,
- direkt an Bushaltestellen und Ampelbereichen,
- mit größeren Nestern oder herabfallendem Nestmaterial,
- mit flächendeckendem Befall,
- mit Prozessionen, die über Wege führen.
Die Nester mit den Raupen werden dann abgesaugt. Zudem werden Gefahrenstellen in den genannten Bereichen abgesperrt. Eine weitere Maßnahme ist die Ausbringung von geeigneten Pflanzenschutzschutzmitteln mittels Bioziden (chemische Maßnahme) und Nematoden (biologische Maßnahme). Für diese Maßnahme steht jedoch nur ein relativ kurzes Zeitfenster im Frühjahr zur Verfügung, da die Behandlung nur in den frühen Larvenstadien (bis einschließlich des dritten Larvenstadiums) eine ausreichende Wirksamkeit erzielt.
Bekämpfung im Frühjahr verpasst?
Dieses Frühjahrs-Zeitfenster wurde in den letzten Jahren offenbar verpasst, so hat sich eine Massenentwicklung von Thaumetopoea processionea herangebildet. Ein Rückgang der natürlichen Fressfeinde trägt dazu sicher auch bei, denn Blaumeisen und Kohlmeisen sind in den öffentlichen Parks rar geworden. Die Bezirksämter in Berlin und das Pflanzenschutzamt sollten für 2027 eine frühe Bekämpfung vorbereiten. Dazu können auch Meisenkästen betragen, in denen die Vögel ihre Brut geschützt vor Krähen aufziehen können.
Efffektiv ist der Einsatz von Einsatz von Nematoden (z. B. Steinernema feltiae), Die Bekämpfung mit Biozidprodukten wie Bacillus thuringiensis kurstaki (Btk) oder Neem-Extrakt ist ebenfalls möglich.
Das Bezirksamt Tempelhof bietet Hilfe an
„Sie haben einen EPS-Befall im öffentlichen Raum (ausgenommen Wälder) beobachtet? — Dann melden Sie diesen gerne an die E-Mail-Adresse EPS@ba-ts.berlin.de. Die Kolleg_innen prüfen die Situation vor Ort und entscheiden, ob Maßnahmen erforderlich sind bzw. nach welcher Priorität sie behandelt werden. Dies ist wiederum von dem jeweiligen Gefahrenpotenzial des Befalls anhängig.“
Weitere Informationen:
Pressemitteilung Nr. 250 vom 19.06.2026 mit Links zum Pflanzenschutzamt Berlin
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