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Porsche gibt den Dieselmotor auf

Porsche Wappen

Kurz vor dem Dieselgipfel im Bundeskanzleramt am letzten Sonntag teilte Porsche als erster deutscher Autokonzern den historischen Schritt mit: das Unternehmen verabschiedet sich vom Dieselmotor:

«Für uns als Sportwagenhersteller, bei dem der Diesel traditionell eine untergeordnete Rolle gespielt hat, sind wir zu der Überzeugung gelangt, künftig ohne Diesel auskommen zu wollen»,

sagte Porsche-Vorstandschef Oliver Blume.

Porsche will sich künftig auf das konzentrieren, was es besonders gut könne:

«Das sind emotionale, leistungsstarke Benziner, Hybride und ab 2019 werden es auch reine Elektrofahrzeuge sein»!

Porsche-Vorstandschef Oliver Blume blickt voraus. Das Interesse an Hybridmodellen steige bereits enorm. Beim Modell Panamera etwa würden in Europa 63 Prozent Hybridfahrzeuge bestellt. Die Nachfrage nach Diesel-Modellen hingegen sei rückläufig. Diesel verliert in ganz Europa.

Die Kurzstudie des CAR Automotive Research Centers an der Universität Duisburg zeigt:

– Der Dieselverkauf in Europa ist um fast 8,4 Prozent eingebrochen.
– In Deutschland hat der Diesel im vergangenen Jahr über neun Prozent Marktanteile verloren.

In Deutschland ist auch der Reputationsschaden besonders gross. Laut Research Center wird in mehr als 20 Städten in Deutschland ein Dieselfahrverbot erwartet. Die Studie kommt so auch zum Schluss, dass Autobauer ihre Dieselangebote bei Kleinwagen, teilweise auch bei Kompaktwagen streichen. Porsche hat das nun zuerst in die Tat umgesetzt und reagiert auf die Dieselkrise.

«Wir haben nie selbst Dieselmotoren entwickelt und produziert, dennoch hat das Image von Porsche gelitten. Die Dieselkrise hat uns viel Ärger bereitet», sagte Blume. Als weiteren Grund für den Ausstieg nannte der Porsche-Chef die Schärfung des sportlichen Markenkerns.

«Für uns ist schon wichtig, dass sich Motoren sportlich fahren lassen.»

Der Leiter des CAR Research Centers an der Universität Duisburg, Ferdinand Dudenhöffer, findet den Entscheid von Porsche richtig.

«Das katastrophale Image von Dieselantrieben passt nicht zu einem Premiumhersteller.»

Die Kundenentäuschungen seien eine grosse Belastung für Porsche. Man könne Porsche nur zu dem Schritt gratulieren, meinte Dudenhöffer.

m/s