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Regionalmanagement für Tempelhof-Schöneberg

Start Regionalmanagement

Der Startschuß für das Regionalmanagement war zum Jahresbeginn 2019. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg bekommt ein Regionalmanagement für den gesamten Bezirk. Das erste Kennenlerntreffen mit den drei Unternehmensnetzwerken, mit Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, der Wirtschaftsförderung und der complan Kommunalberatung fand am 24.1.2019 im Rathaus Schöneberg statt. Die erste Tagesordnung war schon umfangreich.

Was sind die Ziele des Regionalmanagements in der Stadt?

Die zur Stärkung und Stabilisierung der Wirtschaftsstrukturen im Bezirk sowie der bestehenden Unternehmensnetzwerke liegt im Fokus. Die industriell-gewerbliche Basis soll gesichert werden. Die wichtigen wichtigen Einzelstandorte des Bezirks sollen profiliert werden. Gemeinsame Marketingmaßnahmen sollen abgestimmt und realisiert werden. Dazu sollen unterschiedliche Maßnahmen und Projekte in den drei Themenfeldern Industrie und Gewerbe, Umwelt, Mobilität und Energie sowie Bildung und Qualifizierung in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Netzwerken und Multiplikatoren umgesetzt werden.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler initierte das Regionalmanagement mit wirtschaftlichen Partnern und Rückendeckung der Kommunalpolitik und Förderpolitik :

„Für mich ist dieses Projekt ein wichtiges Instrument zur gezielten Wirtschaftsförderung mit aktuellen Themenschwerpunkten. Wir zeigen mit diesem Projekt, dass Zukunftsthemen in dieser Wirtschaftsregion aktiv angegangen werden. Ich verspreche mir davon, dass neue Impulse gesetzt und die Arbeit an bereits bekannten Themen intensiviert werden kann.“

Schöttler äußerte auch die Hoffnung auf die Beteiligung von Unternehmen, die bisher nicht in den drei bekannten Unternehmensnetzwerken organisiert sind.

Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“

Gefördert wird das Projekt aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln sowie einem entsprechenden Anteil des Bezirks für drei Jahre bis Ende 2021.
Im Ergebnis einer öffentlichen Ausschreibung hat der Bezirk Tempelhof-Schöneberg die complan Kommunalberatung GmbH, Potsdam/Berlin, mit den Leistungen des Regionalmanagements mit einer Laufzeit für drei Jahre bis Ende 2021 beauftragt.

Start des Regionalmanagement Projektes der Unternehmensnetzwerke

Nach gut dreimonatiger Vorbereitungsphase ging das Projekt Mitte April los. Die drei Vorstände der Unternehmensnetzwerke Südkreuz, Großbeerenstraße und Motzener Straße trafen mit der bezirklichen Wirtschaftsförderung und dem Auftragnehmer complan zusammen und legten erste Schritte fest.

Die Pressemitteilung des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg gab nur einen vorsichtigen Einblick in die offenbar noch laufende Orientierungsphase:

„In knapp vier Stunden wurden die nächsten Schritte diskutiert und erarbeitet. Wo stehen wir? Aktuelle Situation und Herausforderungen, Interessen und Ziele der Netzwerke. Wo wollen wir gemeinsam hin? Gemeinsame Ziele und Maßnahmen wurden diskutiert und potenzielle Start – und Pilotprojekte identifiziert.“

Für die Bürgerinnen und Bürger und andere wirtschaftliche Akteure im Bezirk war das aber noch sehr unkonkret – und vor allem noch wenig einladend!

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler äußerte sich dazu diplomatisch:

„Wichtig für dieses Projekt ist, dass die Besonderheiten der einzelnen Unternehmensnetzwerke erhalten bleiben und Bedarfe der einzelnen Netzwerke berücksichtigt werden und zusätzlich gemeinsame Ziele erarbeitet werden. Das erfordert von allen hohe Einsatzbereitschaft und Kompromissfähigkeit, die bei allen drei Netzwerken schon immer im Überfluss vorhanden war.“

Konkretes wurde nur angedeutet, immerhin hieß es: „Die Stimmung war jedenfalls gut, konstruktiv und konzentriert!“

„Ideen gibt es viele, so wurde beispielsweise der Arbeitskreis KlimaPositiv im Netzwerk Großbeerenstraße reaktiviert, die Themen rund um Wirtschaftsverkehre, neue Mobilitätsformen für die Wirtschaft sind für alle drei Netzwerke relevant, aber auch ein frisches Marketing für die ganze Region und die Zusammenarbeit mit den Anrainergemeinden sind gewünscht. Ein großes Thema wird auch Fachkräftegewinnung und gegen neue Mitglieder hat auch keines der Netzwerke etwas einzuwenden.“

1. Sitzung Regionalmanagement
1. Sitzung Regionalmanagement am 15.4.2019 – Foto: © Martina Marjnissen

Herausforderungen und übergeordnete Ziele für das Regionalmanagement

Die wichtigsten Herausforderungen für die bezirkliche Entwicklung müssen erst im Dialog mit der complan Kommunalberatung identifiziert und herausgearbeitet werden. Entwicklungen und Unsicherheiten rund um den Großflughafen BER und die konkurrierende Gewerbeentwicklung in Schönefeld müssen beispielsweise analysiert und beobachtet werden. Treptow-Köpenick hat schon eine Vereinbarung über eine direkte interkommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schönefeld abgeschlossen.

Gleichzeitig entwickelt das Regionalmanagement Südwest in Steglitz-Zehlendorf ein 77 Hektar großes Gewerbegebiet im Bereich Beeskowdamm/Goerzallee bis zum Lichterfelder Weg und Stichkanal. Dies ist eine große Standortkonkurrenz bei Neuansiedlungen – oder ein wichtiger Synergiepartner, bei gemeinsamen Logistiklösungen.

Der bisherige Blick ist noch sehr auf die Innensicht der bestehenden Unternehmensnetzwerke angelegt, wichtige Synergien und neue Potentaiale zwischen wertschöpfungsorientierter Industrieproduktion und SmartCity-Technologien werden noch nicht genug erkannt. Die Entwickler auf dem Schönebergr EUREF-Campus sollten z.B. über eine „Produktions- und Fertigungsbörse“ stärker auf Produktionskompetenz und Fertigungsmöglichkeiten in Tempelhof und Marienfelde hingeführt werden (B2B-Binnenmarketing).

Die Weiterentwicklung von Industrie-Technologien 4.0 hin zu Supereffizienzproduktion und Industrie 5.0 mit Mensch-Roboter-Kollaboration und designorientierter Fertigung ist bislang in Berlin noch ausreichend geerdet. Ein produktionsorientiertes „Ausbildungs- und Technologie-Zentrum Industrie, Design und Robotik 5.0 mit IoT-Technologien“ könnte die ändern. Es hätte eine hohe Anziehungskraft für den Fachkräftenachwuchs – und würde sich fast organisch aus den Synergien und Kompetenzen bestehender Innovationscluster und Firmennetzwerke entwickeln lassen. Vor allem bietet ein derartiges Zentrum langfristige technologieübergreifende Exportchancen. Und es könnte bei kluger Planung wie ein „Whopper-Hamburger“ mit bis zu fünf Förderschichten konzipiert werden. Von der Ausbildungsförderung, Investitionsförderung, F & E, Export- und Gründerförderung.

Auch die strategischen Chancen für eine Weiterentwicklung des Tempelhofer Feldes als Freizeit und Innovationspark müssen neu sondiert werden.

Quellen: Pressemitteilungen Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg | 24.01.2019 & 15.04.2019

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