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Verzweifelnde Krähen im sauberen Park?

Krähe im Rudolph-Wilde-Park

/// Glosse /// – Die Politik hat entschieden: die Berliner Stadtreinigung übernimmt die Reinigung in über 47 Parkanlagen. Die Modernisierungsopfer der neuen Sauberkeitsoffensive sind Krähen. Sie kommen nun nicht mehr an leichte Beute, an Grill- und Bratenreste und an Döner-Reste, die in Folie und Papier gewickelt sind. Leere Papierkörbe und entleerte Papierkörbe sind ein Menetekel für die Krähen: es quillt kein Abfall mehr heraus, den es zu durchsuchen gilt. Fast schon verzweifelt, irren Krähen im Park um her. Kein Mensch zu sehen, der etwas fallen lässt.
Es ist wohl Zeit, aus Berlin abzuhauen, oder wenigstens andere Reviere zu suchen. Die Jagd auf Singvogelgelege lohnt auch kaum noch, es sind auch weniger Vögel da. Höchstens bei Wasservögeln wie Enten und Teichhühnern ist noch etwas zu holen.

Eine dramatische Szene wurde mit dem Objektiv eingefangen, eine Krähe, die suchend durch den Rudolph-Wilde-Park flog und umhertapste. Nun ist wohl mehr vegetarische Nahrung auf dem Speisezettel. Die intelligenten Vögel werden sich anpassen – oder auch verschwinden.