Mittwoch, 17. Juli 2024
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Deutsche Bahn als integriertes System und als integrierten Infrastruktur-Betreiber entwickeln

ICE 4 im Berliner Hauptbahnhof

Von Michael Springer

Heinz Dürr, Erster Präsident der Deutschen Bundesbahn, von September 1991 an auch Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, hat heute ein entschiedenes Plädoyer für den Erhalt der Deutschen Bahn als integrierten Bahnkonzern auf CICERO veröffentlicht: „Wer das System zerschlägt, zerschlägt die Zukunft des Bahnverkehrs.“
Dürr: „Die aktuell populäre Forderung nach einer Zerschlagung der DB, das heißt nach der Trennung von Netz und Betrieb, ist ein fataler Irrweg und wird dem Schienenverkehr erheblichen Schaden zufügen. Die Politik sollte sich aus dem Management der Bahn gänzlich heraushalten.“

Dürr erläutert dazu auch die Arbeitsteilung zwischen dem Unternehmen DB AG und dem Bund als Eigentümer.: „Seit 2008/2009 ist diese über eine vertragliche Vereinbarung zur Infrastruktur zwischen Bund und DB AG, der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung, geregelt, in der sich die Bahn unter anderem zu jährlich überprüften Qualitätsstandards verpflichtet, wozu u.a. auch die Streckenverfügbarkeit gehört. Nach den veröffentlichten Infrastrukturzustandsberichten wurden diese Qualitätsstandards bisher immer erfüllt. Die Politik hat folglich das erhalten, was sie bestellt bzw. gefordert hat.“

Dürr verweist auf gestiegene Belastungen und fordert am Ende dazu auf, die Planungsabläufe zu verkürzen und den Einfluss der Politik zu begrenzen.

Deutsche Bahn als integriertes System und als integrierter Infrastruktur-Betreiber

Die Deutsche Bahn ist ein komplexes materielles und digitales Infrastruktur- und Mobilitätsunternehmen!
Über 35.000 Kilometer Schienennetz, über 5.000 Bahnhöfe — und täglich mehr als 40.000 Züge und tausende Busse fahren im Gesamtnetz. Um die DB AG für die Zukunft zu sichern und ihre Leistungsangebote wirtschaftlich vernünftig zu entwickeln, müssen mediale, digitale und logistische Technologien besser verknüpft und syntegriert werden.
Die Planungen dafür laufen seit langer Zeit, und bald arbeiten über 2.000 Menschen im EUREF-Campus für die neue „smart-digitale“ Deutsche Bahn.
Politik muss dazu erst viel lernen, und zum Stand der digitalen Techniken und digital-medialen Anwendungskonzepte aufschließen!
Die Deutsche Bahn ist zugleich Infrastruktur- und Einsatzfeld für praktisch alle in Deutschland entwickelten „SmartCity-Technologien“ — und wichtigster „Show-Case“ für alle mustergültig und vorbildhaft entwickelten Technologien.
Nur wenn es gelingt, die DB AG als strategischen „SmartCity & SmartCountry Mobilitäts- und Logistik-Systemkonzern“ in Gang zu halten, und effizient, zuverlässig und nachhaltig zu betreiben, hat Deutschland als europäischer Industriestandort eine Zukunftschance.
Weltweit werden riesige Investtitionen in integrierte Mobilitäts- und Schienen-Logistik-Systeme in mehr als 1.700 SmartCities getätigt. Hierfür müssen künftig Systementwickler, Bahnindustrie und Infrastrukturbetreiber und institutionelle Inbestoren eng und syntegrierend zusammen arbeiten können, und an großen internationalen Ausschreibungen teilnehmen können.
Die DB AG hat dafür die Kompetenzen in internationalen Bahntochtergesellschaften aufgebaut, die für die Exportswirtschaft und internationale Zusammenarbeit entscheidend sind.
DB Cargo sichert wichtige europäische Wertschöpfungsanteile auf den neuen Seidenstraßen. Deutsche Bahn International Operations übernimmt den Betrieb und Instandhaltung für ein erstes regionales Schnellbahnsystem in Indien.
DB Engineering & Consulting plant und baut ein neues Schnellbahn­system im indischen Mumbai. Etihad Rail DB verbessert die Transporteffizienz in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Arriva plc betreibt erfolgreich Bahnen und Busse in Großbritannien.
Die Deutsche Bahn Digital Ventures GmbH finanziert und entwickelt integrierte datenbasierte und KI-basierte Geschäftsmodelle.
Die größten Schwierigkeiten stecken heute in den großen Projektgesellschaften der DB AG, wie etwa die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH.
Hier sind vor allem politische Steuerungs- und Finanzierungsprobleme, Bauverzögerungen und Baukostensteigerungen die durchgängigen Hemmniss. Hinzu kommen die politischen Versäumnisse bei der Infrastruktursanierung und Instandhaltung von Schienen und hunderten Brückenbauten.
Deshalb muss zuerst das „Generalversagen der Politik“ thematisiert und aufgelöst werden — bevor über strukturelle Verbesserungen an der Struktur der Deutschen Bahn verhandelt wird!


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