Montag, 24. Juni 2024
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Galeria Karstadt Kaufhof kündigt 52 Kaufhaus-Schließungen an

Galeria Karstadt Kaufhof

Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof befindet sich seit Oktober 2022 im Schutzschirm-Insolvenzverfahren. Heute wurden die radikalen Sanierungspläne bekannt.

Insgesamt 52 Häuser von aktuell noch 129 Häusern sollen geschlossen werden. Auch das Haus in der Wilmersdorfer Straße gehört dazu, ferner die Filiale in der Müllerstraße und in Cottbus.
Die Schließungen seien Teil des in einer außerordentlichen Vorstandsitzung am heutigen Montag beschlossenen Sanierungskonzeptes. Lichtblick für Berlin: das in die Jahre gekommene Warenhaus am U-Bahnhof Leopoldplatz hat wegen seiner Verkehrslage weiter Chancen und soll aufwändig saniert und im Jahrn 2027 wieder eröffnet werden.

Aktuell beschäftigt die große Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof GmbH noch rund 17.400 Mitarbeitende. — Insgesamt werden weit über 5000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren bisherigen Arbeitsplatz verlieren.

Galeria Karstadt Kaufhof: Übersicht der Schließungen

Inzwischen sind die Standorte der Schließungen veröffentlicht. Bis zum 30. Juli 2023 werden folgende Häuser geschlossen:

Celle | Coburg | Cottbus |Duisburg | Erlangen | Gelsenkirchen | Hagen
Hamburg-Wandsbek | Hamburg-Harburg | Leipzig Neumarkt | Leverkusen
München Bahnhof | Neuss | Nürnberg |Nürnberg-Langwasser | Offenbach
Paderborn | Regensburg Neupfarrplalz | Saarbrücken | Siegen | Wiesbaden

Diese Filialen werden bis zum 31. Januar 2024 geschlossen:
Bayreuth | Berlin-Charlottenburg | Berlin-Müllerstraße | Bielefeld | Braunschweig
Bremen | Darmstadt | Dortmund | Düsseldorf Schadowstraße | Essen | Esslingen
Frankfurt Zeil | Hanau | Heidelberg Bismarckplatz | Hildesheim | Kempten
Krefeld | Leonberg | Limburg | Lübeck | Mönchengladbach | Oldenburg
Pforzheim | Reutlingen | Rosenheim | Rostock | Schweinfurt | Siegburg
Stuttgart-Eberhardt-Straße | Viernheim | Wuppert.

Die Hintergründe für diese Entscheidungen des Sanierungsplans sind komplex. Nicht nur die Corona-Krise und die Kaufkraftkrise wirken hier zusammen. Auch die systemischen Folgen und „Rebound-Effekte“ der Digitalisierung belasten die Konzernergebnisse-
Die Konstruktion des Warenhauskonzerne Karstadt Galeria Kaufhof als Betriebsgesellschaften — ohne eigenen Immobilienbesitz — macht diese einseitig marktabhängig und krisenanfällig.

Zudem tragen alle Handelskonzerne die Kosten sogenannter „digitaler Blindleistung“, es sind Mittel, die für digitale Zwecke eingesetzt werden, ohne dass ein reales Kaufinteresse geweckt wird. In Berlin sind das bis zu 400 €/Einwohner pro Jahr.

Mehr dazu demnächst in einer ausführlichen Analyse.

m/s