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Sommerlöcher im Themenplan

Hitzefrei !

/// Intern Extern /// – Berlin erlebt einen Hitzesommer. Trockenheit und Hitze machen auch der Redaktion zu schaffen. Auch viele wichtige Themen bleiben liegen. Themensterben und Themenlücken sind die Sommerlöcher der Berliner Medienlandschaft.

Zum Glück gibt es eine Medienvielfalt in Berlin, praktisch die Hälfte aller Eltern aller schulpflichtigen Kinder sind fernab im Urlaub – es fällt daher kaum auf, wenn die Themenfolge etwas ausgedünnt ist.

Die Jalousien zur Westseite des Redaktionszimmers sind tagsüber heruntergelassen. Das dicke Mauerwerk strahlt noch bis in die Nacht Überschußwärme ab. Die Rechner laufen heiß, mittags wird ein Notebook auch einmal abgeschaltet, weil die Tastatur zu stark erhitzt ist.

Gegengesteuert wird mit kühlen Leitungswasser, ab und zu eiskalten Ginger-Ale oder Tonic-Water. Zum Glück funktioniert im grünen Lankwitz die Querlüftung, so ist es immer noch erträglich.

Für sechs Bäume wird eine tägliche Wasser-Patenschaft gepflegt. Wassereimer und Gießkanne stehen immer bereit – und ein ebenerdig zugänglicher Wasseranschluß erleichtert die Wasserspende.

Am Redaktionssystem und der gesamten Technik wird unterdessen weiter gearbeitet. Die Umstellung auf SSL wurde gemeistert, aber noch mehrere Internetseiten müssen umgestellt werden, was jeweils einen Tag in Anspruch nimmt. Es sind immer manuelle Nacharbeiten notwendig. Vor allem externe Links und Videolinks machen Zusatzarbeit.


Die Umstellung auf die Anforderungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung erweist sich immer mehr als unüberschaubares Problemfeld. Nicht nur der Umgang mit Technologien, mit Cloud-Diensten, sondern auch Betriebssystem, Sicherheitslücken und Prozessor-Sicherheitslücken lassen immer mehr Zweifel aufkommen, ob 30 Jahre Technologie-Entwicklung nun völlig neu auf den Prüfstand gehören. Vor allem eine Zeitungsredaktion ist gegensätzlichen Datenschutz-Regimes ausgesetzt.

Als öffentliches Medium soll Öffentlichkeit hergestellt werden, Informationen sollen wiederauffindbar archiviert werden. Gleichzeitig werden in jeder Mail auch vertrauliche Informationen mitgeteilt, die trotz presseöffentlicher Übermittlung gerade „nicht öffentlich“ sind, wie etwa Funktelefon-Nummern von Redaktionen, die nur presseintern ansprechbar sein wollen.

Die rechtlichen Anforderungen machen eine völlig neue Firmenarchitektur als Verlagsorganisation notwendig, denn aus einer einfachen „Internet-Seiten-Betreuung“ wird nun eine „Auftragsdatenverarbeitung“ mit „Datenschutzverantwortung, die eine neue juristische Absicherung und einen völlig neuen Versicherungstypus erfordern. Schon der Vertrag mit einer Anzeigen-Agentur wird nun zum Konstrukt, das mehr Kosten der rechtlichen Gestaltung als „Technik-Kosten“ verursacht.

Überdies: die Kosten der Nachrichten-Verarbeitung im Eingangspostfach explodieren, weil jede Mail auch nach Datenschutzaspekten klassifiziert und ggf. separat weiter verarbeitet werden muss.


Offenbar hat die EU-Datenschutz-Grundverordnung gewaltige Folgen, denn der „Ausschuss für Europa- und Bundesangelegenheiten, Medien“ des Berliner Abgeordnetenhauses hat eine Anhörung zum Thema: „Redaktionssterben in der Berliner Medienlandschaft – Fusionen versus Meinungsvielfalt“ auf Antrag der Fraktion der SPD, der Fraktion Die Linke und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) auf die Tagesordnung gesetzt. Nach der Sommerpause wird das Thema die Stadt bewegen!

Innovative Auswege sind jetzt gefordert, und als Ergebnis erscheint nun das neue „Anzeigio – Magazin für Smart City, eCommerce und Digitalisierung der Stadt“ hinter einer PayWall, die auch für PR-Agenturen, Politiker und Medienpolitiker und alle an SmartCity-Themen interessierten Fachkreise gilt.

Wichtige Neuerungen kommen in Gang, die liebgewordene Gewohnheiten, Nebensachen und Konventionen in Frage stellen. Der Parlamentsausschuss wird sich mit vielen Versäumnissen und Umbrüchen der Digitalisierung befassen müssen, die Politik bisher nicht gestaltet hat!

herzliche Sommergrüße
Michael Springer, Herausgeber

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m/s
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