Der schottische Craftbier-Hersteller Brewdog meldet Insolvenz beim Amtsgericht Berlin an und schließt alle Berliner Standorte. Für Mariendorf ist das eine traurige Nachricht, denn auch die Brauerei mit angeschlossener Gastronomie und Biergarten im Berliner Marienpark wird geschlossen.
Brewdog hat bereits seine Bar in Berlin-Friedrichshain aufgegeben, auch die Bar in der Ackerstraße in Mitte stellen ihren Betrieb ein. Die Brewdog-Filiale in Wiesbaden war bereits zum Jahreswechsel geschlossen worden. Auch der Standort in Hamburg soll in Kürze folgen.
Der Mitgründer und CEO James Watt informierte die Belegschaft intern über die bevorstehenden Schritte. Die Insolvenz sei demnach notwendig, um die Marke strategisch neu auszurichten. Für alle Beschäftigten ist damit ebenso Schluss. Die Februar-Gehälter werden nicht regulär ausgezahlt, stattdessen soll Insolvenzgeld über die Bundesagentur für Arbeit fließen. Bestellt wird ein vorläufiger Insolvenzverwalter, der das Verfahren begleitet. Die bestehenden Arbeitsverträge bleiben zunächst bestehen.
Ursachen der Insolvenz noch unklar
Die Ursachen der wirtschaftlichen Schieflage sind noch nicht öffentlich. Brewdog hat bislang nicht konkret darüber berichtet. Der Verlust des Status als B-Corporation, grenzwertige Marketing-Ideen und diskriminierendes und unwürdiges Verhalten des CEOs sind von Wikipedia angeführt worden.
Das Unternehmen kündigte jedoch gegenüber der Presse an, gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter zeitnah über weitere Abläufe zu informieren. Es ist auch geplant Gespräche mit potenziellen Investoren fortzuführen.
Über Brewdog
Gegründe wurde Brewdog 2007 durch die beiden Freunde James Watt und Martin Dickie im schottischen Fraserburgh. Bier wurde seit April 2007 produziert. Brewdog wuchs zur größten unabhängige Brauerei Schottlands heran. Produziert werden rund 400.000 Flaschen pro Monat für den Export in die ganze Welt. Weitere Brauereien befinden sich in Columbus, Vereinigte Staaten, Berlin-Mariendorf sowie Brisbane, Australien.
Brewdog finanziert sein Wachstum nicht mit üblichen Bankkrediten, sondern mit dem Beteiligungsmodell „Equity for Punks“, eine Art Crowdfunding. In den ersten fünf Runden wurden fast 67 Millionen Pfund von 95.000 Personen eingesammelt. Die in San Francisco beheimatete TSG Consumer Partners haben einen Anteil von 22 % am BrewDog-Kapital gezeichnet.
Die Gaststätten in Deutschland werden von der BrewDog GmbH betrieben. Die Gesellschaft wurde 2014 in Traitsching gegründet und hat ihren Sitz seit 2016 in Berlin.
Am 1. Mai 2019 übernahm BrewDog die Großgaststätte mit Brauerei Stone Brewing Berlin auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks Mariendorf, heute Marienpark Berlin. Die Eröffnung als DogTap Berlin erfolgte im August 2019 an diesem Standort. Seitdem wurde die Brauerei in Berlin zum Standort für die Produktion für den EU-Markt entwickelt, mit Augenmerk auf bessere logistische Anbindung zu Kontinentaleuropa und als Reaktion auf den Brexit.
Anfang März 2026 wurde die Insolvenz Brewdogs und Übernahme der Marke und ausgewählter Standorte in Irland und dem Vereinigten Königreich durch den US-Konzern Tilray bekannt.
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