Mittwoch, 19. Juni 2024
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Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV) aus dem Kinderzimmer aussperren?

Humanes Respiratorischen Synzytialvirus (RSV)

Von Michael Springer

Für Kinder und Kleinkinder gefährliche Atemwegsinfektionen mit Viren breiten sich über die Luft von Mensch zu Mensch aus, und infizieren über Nasenschleimhäute, Mund- und Rachenschleimhäute die Atemwege. Bei größeren Viruslasten und zeitlich anhaltend eingeatmeten Viren und bakteriellen Keimen werden auch die oberen Atemwege (Bronchien) und die unteren Atemwege (Lunge) infiziert.

Das Humane Respiratorische Synzytial-Virus ist ein umhülltes Virus mit einzelsträngiger (–)-RNA aus der Familie der Pneumoviridae.

Der RKI-Ratgeber Respiratorische Synzytial-Virus-Infektionen (RSV) informiert ausführlich über Infektionswege, Infektion und bekannte Präventions- und Schutzmaßnahmen.

Hohe Inzidenz im Spätherbst bis Frühjahr

In Mitteleuropa ist die Inzidenz von November bis April am höchsten (RSV-Saison). — Das RS-Virus breitet sich saisonal beding deutschlandweit aus und führt zu einer hohen Auslastung und angespannten Situation in den Kinderkliniken und deren Intensivstationen.
Die einzelne Erkrankung an RSV (Respiratory-Syncytial-Viren) ist in Deutschland nicht meldepflichtig.

Intensivbetten sind derzeit knapp

Krankenhäuser und Rettungsdienste können daher in Berlin-Brandenburg auf das digitale Web-Anwendung „Interdisziplinärer Versorgungsnachweis“ (IVENA) zurckgreifen und sich über aktuelle Behandlungs- und Versorgungsmöglichkeiten der Krankenhäuser informieren. Berlin und Brandenburg arbeiten eng abgestimmt zusammen, um die Versorgung von kritisch kranken Kindern zu gewährleisten.

Eine spezielle Ergänzung innerhalb von IVENA zeigt freie für RSV-Patienten freie Intensivbetten an und zeigt, welche Kliniken weitere Kinder stationär aufnehmen können. — An der Berliner Charité wird derzeit eine zentrale Koordinierungsstelle für die stationäre pädiatrische Versorgung aufgebaut.

Berlins Gesundheitssenatorin Ulrike Gote und Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher haben sich in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 5.12.2022 zur guten Zusammenarbeit beider Bundesländer erklärt — und mit gesundheitspolitischen Forderungen zur Krankenhausfinanzierung verknüpft, um Kinderkliniken finanziell besser ausstatten.
Hintergrund: Das Fallpauschalen-System in den Krankenhäusern muss in ein „Vorhalte-Pauschalen-System“ gewandelt werden, weil sonst Gesundheitseinrichtungen „kaputtgespart“ werden!

Was können Eltern tun, um ihre Kleinkinder besser zu schützen?

Der Lungeninformationsdienst von HELMHOLTZ MUNICH gibt Hinweise auf eine (selten anwendbare)) mögliche Passive Immunisierung für Hochrisiko-Babys (Frühgeborene und bei angeborenen Herzfehlern) mit dem monoklonalen Antikörper PALIVIZUMAB (von Boehringer). Hier ist auch ein Verweis auf die Informationen zu „S2k-Leitlinie Prophylaxe von schweren Erkrankungen durch Respiratory Syncytial Virus (RSV) bei Risikokindern“ zu finden. Diese AWMF-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e. V. entspicht dem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand.

Zu Vorbeugung (Prophylaxe) von schweren RSV Erkrankungen werden hygienische und allgemein präventive Maßnahmen vorgeschlagen.

In der AMWF-Leitlinie wird unter 5. erklärt:
„Menschen bilden das einzige relevante Erregerreservoir für RSV. RSV wird in erster Linie als
Tröpfcheninfektion von einer infektiösen Person auf eine Kontaktperson übertragen. Konjunktiven und Nasenschleimhäute bilden die Eintrittspforte. Daneben ist eine Übertragung auch indirekt über kontaminierte Hände, Gegenstände und Oberflächen möglich. RSV kann in respiratorischem Sekret 20
Minuten auf Händen überleben, 45 Minuten auf Papierhandtüchern und Baumwollkitteln und bis zu mehreren Stunden auf Einmalhandschuhen, auf Stethoskopen und auf Kunststoffoberflächen.
Insbesondere können Personen (gerade Jugendliche und Erwachsenen) die klinisch nicht oder nur
wenig symptomatisch erkrankt sind, das Virus v.a. durch Atemwegssekretionen übertragen und in
nosokomialen Infektionsketten eine Rolle spielen. Die Inkubationszeit beträgt 3 – 6 Tage. Die
Virusausscheidung (Virusisolierung in Zellkultur) dauert bei gesunden Kindern und Erwachsenen 3 – 8 Tage, bei Frühgeborenen kann sie ein bis mehrere Monate, bei Immundefizienten noch länger dauern.
Hygienische Maßnahmen zum Schutze von Risikokindern sind im häuslichem Umfeld, Arztpraxen,
anderen medizinischen und Kinderbetreuungs-Einrichtungen, sowie in Krankenhäusern erforderlich.“


Ein wichtiger Hinweis dazu: „Zur allgemeinen Infektions-Prophylaxe gehört auch das Stillen.“

Besonderheiten des Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV)

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein weltweit verbreiteter Erreger, der akuten Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege in jedem Lebensalter verursacht. Es ist einer der bedeutendsten Erreger von Atemwegsinfektionen bei Säuglingen, insbesondere Frühgeborenen und Kleinkindern, die auch Krankenhauseinweisungen notwendig machen. Eine RSV-Infektion kann das Symptomspektrum von einer einfachen Atemwegsinfektion bis zu einer schweren beatmungspflichtigen Erkrankung der unteren Atemwege zeigen oder auch asymptomatisch verlaufen. RSV-Infektionen treten zyklisch auf. Bislang ist jedoch noch kein Impfstoff zur aktiven Immunisierung zugelassen.

Auf eine Besonderheit weist die Gesellschaft für Mukosale Immunologie (Society for Mucosal Immunology) in Menomonee Falls, Wisconsin hin: „Selbst bei intimer Exposition: Manche Menschen infizieren sich nicht, auch wenn sie mit einem Virus in Berührung kommen. Die variable Übertragung hängt teilweise von der Dosis und Dauer der Exposition ab, wird aber auch auch vom Immunstatus des Wirts ab, z. B. wie dem Vorhandensein spezifischer Antikörpern oder T-Zellen. Allerdings sind bei einigen Infektionen sind die Gründe für die sprunghafte Übertragung weitgehend unbekannt. Zum Beispiel kann das Respiratory Syncytial Synzytialvirus der Atemwege (RSV) immer wieder neu infizieren trotz vorhandener spezifischer Immunität während einer spezifischen Immunität.“

Das menschliche Immunsystem kann sich offenbar bei den meisten Menschen erfolgreich folglich gegen das Virus behaupten und muss in früher Kindheit seine Immunantwort quasi „erlernen“— wobei sich das Hauptgeschehen von Infektion und Immunantwort auf den Schleimhäutern der Atemorgane abspielt.
In der Arbeit von Maximillian S. Habibi, Ryan S. Thwaites: „VIRAL INFECTIONS: Neutrophilic inflammation in the respiratory mucosa predisposes to RSV infection“ wird auch ein wichtiger Hinweis gegeben, wie die Mikroumgebung der Schleimhaut durch „neutrophile Entzündungen in der Atemwegsschleimhaut“ für eine RSV-Infektion prädisponiert.

Individuelle Infektions-Prävention im Kinderzimmer

Kindergesundheit und öffentliche Gesundheit (Public Health) fangen im Kinderzimmer und in der Wohnung an. — Alle Babys und Kleinkinder müssen sich mit fortschreitenden Lebensalter schrittweise mit allen in der Umwelt umlaufenden Virenarten auseinandersetzen, und ihre individuelle Immunantwort selbst „erlernen.“ — Im Kinderzimmer wird daher keine geschützte „klinische Reinraumhygiene“ benötigt, sondern eine haushaltspraktische Sauberkeit und gesunde Zimmeratmosphäre. — Auf keinen Fall darf geraucht werden! — Rauchhaltige Außen-Luft von Kohle- und Holzfeuerungen sind problematisch beim Lüften. Auch Kerzen und Duftzerstäuber gehören nicht ins Kinderzimmer!

Vor allem eine „Prädisposition“ der frühkindlichen Schleimhäute für Virenangriffe kann wirksam gebremst und sogar gestoppt werden:

  1. Lüften und Querlüften (als Ausgangsbedingung mit frischer Luft)
  2. Kein Teppichboden und dafür glatte Fußböden für Feuchtreinigung (kein Staubsaugereinsatz!)
  3. Haushaltsübliche Desinfektionsreinigung von Oberflächen und Möbeln (1-malig mit Nassfilm)
  4. Relative Luftfeuchtigkeit über 60% halten, Austrocknung der Atemwege vermeiden (Prädiposition)
  5. Antivirale Konditionierung der Zimmerluft nach Nassreinigung (Nassfilm abtrocknen lassen!)
  6. Gezielte antivirale Konditionierung der Zimmerluft per Verdunstung antiviraler Aerosole*.

Als Haushaltsreiniger sollte ein umweltfreundlicher, ammoniakfreier Kalt-Reiniger verwendet werden, der auch gezielt in warmen Wasser verdunstet werden kann. Tenside, Butylalkohole und Zitronensäure in den Aerosolen lassen in der Luft und Atemluft „alle Virushüllen“ quasi wie Seifenblasen zerplatzen!

Atembare und lungenverträgliche viruzide Mittel sind daher ein für medizinische Innovationen ein höchst effektiver und kosteneffektiver Innovationspfad für neue und zulünftige Public Health-Strategien. — Ziel ist es dabei vor allem akute Viruslasten zu reduzieren, damit sich das menschliche Immunsystem an geringen Virusexpositionen „step-by-step“ quasi trainieren und Abwehrreaktionen erlernen kann.


Einfach.SmartCity.Machen: Berlin! — Dieser Beitrag ist Teil einer Serie, die supereffiziente, nachhaltige Strategien für ein „ökologisch-ganzheitliches Public-Health-Management“ beschreibt, die Schutz gegen alle Arten von Pandemien bietet, die durch Atemwegs-Viren verursacht werden. Aus (*) rechtlichen und aus patentrechtlichen Gründen werden z.Zt. keine Hersteller und Produkte genannt.
Kontakt: info@tempelhof-schoeneberg-zeitung.de




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